Meinungsbildung

Tik tok tik tok tik tok: Wie soziale Medien uns verblöden

Soziale Medien jagen im 30-Sekunden-Takt durch Informationshäppchen. Fundierte Meinungsbildung wird unmöglich. Was steckt hinter dem digitalen Ablenkungsmanöver?

Antje Hermenau
8 Min
Suche nach der Informationsnadel im Online-Heuhaufen: Hier braucht der mündige Bürger Geschick beim Sortieren.

Suche nach der Informationsnadel im Online-Heuhaufen: Hier braucht der mündige Bürger Geschick beim Sortieren.

© Cien Cien/imago

Nur 30 Sekunden, dann kommt die nächste Schein-„Information“, die nächste Wohlfühl-„Pause“ oder alarmauslösende „Breaking News“. Wer nicht differenziert und gezielt mit den sozialen Medien, ja, den online präsentierten Inhalten insgesamt umgeht, lässt sich augenscheinlich treiben und jagen, betäuben oder verführen. Beim zehnten Short hat man die anderen neun davor alle bereits wieder vergessen. Einen klaren, gut begründeten Gedanken zu fassen und zu einer fundierten Meinung zu strukturieren, ist in diesem Zustand nicht mehr möglich. Verblöden uns die sozialen Medien und Online-Angebote? Auf jeden Fall hat sich der Kampf um die Meinungsmacht auch dorthin gnadenlos ausgebreitet.

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