Medienkonsum

Digitalsucht bei Teenagern: Überlasst sie nicht der Macht der Konzerne – Kommentar

Millionen Kinder und Jugendliche nutzen digitale Medien in besorgniserregender Weise. Suchtpotenzial als Geschäftsmodell – für den Schaden haftet die ganze Gesellschaft.

4 Min
Eine Jugendliche betrachtet traurig ihr Smartphone.

Eine Jugendliche betrachtet traurig ihr Smartphone.

© PantherMedia/imago

Der Trend ist besorgniserregend. Er wird jetzt wieder durch eine Studie belegt. Millionen Kinder und Jugendliche nutzen digitale Medien in einer riskanten Weise. Laut einer Studie der Uniklinik Hamburg Eppendorf (UKE) im Auftrag der Krankenkasse DAK sind etwa zwölf Prozent aller Teenager im Alter zwischen 10 und 17 Jahren betroffen, 3,4 Prozent haben ein krankhaftes Verhalten entwickelt, mit anderen Worten: Sie sind mediensüchtig. Gegenüber der Zeit vor der Corona-Pandemie bedeutet das einen Anstieg von 126 Prozent.

Wer die fatale Entwicklung allein auf Schulschließungen, Lockdowns und Kontaktbeschränkungen zurückführt, verkennt die Tragweite des Problems. Das hat viele Namen: Depression, Bulimie, Vereinsamung, Verlust der sozialen Kompetenzen. Vermehrt werden solche Diagnosen gestellt. Von denjenigen, die an der Basis arbeiten, die kaum noch wissen, wie sie dem Zuwachs an jungen Patienten gerecht werden sollen – in den psychotherapeutischen Praxen, die seit etwa acht Jahren einen dramatischen Anstieg bei Terminanfragen verzeichnen.

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