Berufseinstieg

„Direkte Folge der angespannten wirtschaftlichen Lage“: Ausbildungszahlen gehen weiter zurück

In Deutschland gibt es erneut weniger Ausbildungsangebote und neue unterschriebene Ausbildungsverträge. Mehr als 84.000 Bewerber haben keinen Platz gefunden.

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Die Zahl der Ausbildungen in Deutschland geht weiter zurück.

Die Zahl der Ausbildungen in Deutschland geht weiter zurück.

© Jan Woitas/dpa

Die Ausbildungszahlen in Deutschland sinken weiter. Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wurden in diesem Jahr 476.000 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Das sind etwa 10.300 weniger als noch im Vorjahr. Dabei unterscheiden sich die Entwicklungen zwischen verschiedenen Branchen.

In den sogenannten freien Berufen, wozu etwa medizinische Fachangestellte oder Rechtsanwaltsfachangestellte gehören, stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge (+2200), ebenso im Handwerk (+500). In der Industrie und im Handel ging sie dagegen spürbar zurück (-12.600).

„Die negative Entwicklung am Ausbildungsmarkt ist eine direkte Folge der angespannten wirtschaftlichen Lage“, sagte BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. Viele Betriebe reduzieren ihr Angebot mit spürbaren Folgen für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Den Angaben des BIBB zufolge ist das Angebot an Ausbildungsplätzen deutlich eingebrochen: „Mit rund 530.300 Stellen wurden 25.300 Ausbildungsplätze weniger registriert als im Vorjahr – ein Minus von 4,6 Prozent.“

84.400 Bewerberinnen und Bewerber finden keinen Ausbildungsplatz

BIBB-Präsident Esser appellierte an die Unternehmen, trotz schwieriger Bedingungen in Ausbildung zu investieren. „Wer heute nicht ausbildet, dem fehlen morgen die Fachkräfte.“

Das immer wieder beschriebene sogenannte Passungsproblem – also dass Unternehmen trotz suchender Bewerber keinen Nachwuchs finden – besteht zwar weiterhin, aber die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen sinkt: Zum Stichtag 30. September waren rund 54.400 Stellen unbesetzt, das waren 15.000 weniger als im Vorjahr.

Dem gegenüber standen etwa 84.400 Bewerberinnen und Bewerber, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hatten. Das sei ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent und der höchste Wert seit 2010 – damals waren es 80.500.

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