Interview

Dirndl-Designerin Kinga Mathe: „Egal, wie schlimm alles ist, in Tracht fühlen sich die Menschen wohl“

Während München im Wiesn-Endspurt liegt, verrät Designerin Kinga Mathe, was den Zauber des Dirndls ausmacht.

5 Min
Die ersten Besucherinnen rennen zum Start des Oktoberfestes nach dem Einlass auf die Festwiese zu den Zelten.

Die ersten Besucherinnen rennen zum Start des Oktoberfestes nach dem Einlass auf die Festwiese zu den Zelten.

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

„Würde jede Frau ein Dirndl tragen, gäbe es keine Hässlichkeit auf der Welt.“ Mit diesem Zitat erhob einst die „Queen of Punk“ höchstpersönlich, Vivienne Westwood, das Dirndl in den modischen Adelsstand. Ausgerechnet Vivienne Westwood. Sie hatte sich seit den 70er-Jahren mit Sicherheitsnadeln und zerrissenem Tartan gegen modische Konventionen gestellt wie kaum sonst jemand.

Ganz so überraschend ist ihre Huldigung der Tracht dann aber auch wieder nicht: Seit Ende der 1980er-Jahre hatte Westwood das Korsett zurück auf den Laufsteg geholt. Und was ist ein Dirndl-Mieder anderes? Ihre Liebeserklärung an das Dirndl jedenfalls wirkt heute aktueller denn je.

An diesem Wiesn-Wochenende lässt sich auf der Theresienwiese noch einmal konzentriert verfolgen, was Westwood meinte. Zwischen Festzelten und Fahrgeschäften leuchten noch ein letztes Mal Seide, Samt und Schürzen in allen erdenklichen Farben, bevor am Montag das Spektakel vorbei ist.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*