Der wegen diskriminierender Äußerungen in die Schlagzeilen geratene frühere Zweitliga-Trainer Jens Härtel ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes mit einem zwölfwöchigen Funktionsverbot bestraft worden. Das teilte der Dachverband mit.
Wegen dreier Fälle eines diskriminierenden unsportlichen Verhaltens wurde Härtel verboten, für zwölf Wochen seine Tätigkeit als Trainer beim 1. FC Union Berlin auszuüben, wie es in der Mitteilung des DFB hieß. Dieses Verbot ist demzufolge für acht Wochen sofort zu verbüßen. „Der Strafrest von vier Wochen wird für die Dauer von einem Jahr zur Bewährung ausgesetzt“, hieß es weiter.
Hintergrund ist, dass der 57-Jährige sein Amt als Nachwuchscoach beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin infolge eines Strafantrags des DFB-Kontrollausschusses niedergelegt hatte. Der Ausschuss hatte ein mehrwöchiges Betätigungsverbot gegen den Berliner U19-Coach wegen des Vorwurfs diskriminierender Äußerungen im Trainingsbetrieb beantragt, wie Union mitteilte.
Anonyme Diskriminierungsvorwürfe
Härtel habe den Verein darüber informiert, den Trainerberuf bis auf weiteres nicht auszuüben und die Zeit zur persönlichen Aufarbeitung zu nutzen. „Ich habe Fehler gemacht und bin meiner Vorbildfunktion im Nachwuchsbereich nicht gerecht geworden, dafür habe ich meine Mannschaft sowie das Trainer- und Betreuerteam um Entschuldigung gebeten und möchte das hiermit auch beim gesamten Verein tun. Es war nie meine Absicht, jemanden verbal zu verletzen oder gar zu diskriminieren“, wird Jens Härtel in der Mitteilung zitiert.
„Es ist mir wichtig, mein Verhalten zu reflektieren, mir dafür Zeit zu nehmen und fachliche Unterstützung zu suchen. Meinem Team, den Kolleginnen und Kollegen im Nachwuchsleistungszentrum und dem 1. FC Union Berlin danke ich für die Unterstützung auf diesem in den letzten Wochen bereits begonnenen Weg.“
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Der DFB legte Härtel zudem auf, an einem Konflikt- und Deeskalationstraining der zentralen Anlaufstelle für Gewalt-, Diskriminierungs- und Extremismusfälle oder einer vergleichbaren Institution teilzunehmen.
Gegen Härtel, der zuvor bereits in der 2. Bundesliga den 1. FC Magdeburg, Hansa Rostock, Eintracht Braunschweig sowie zuletzt den FC Erzgebirge Aue in der 3. Liga trainiert hatte, waren in einem anonymen Schreiben an den 1. FC Union Berlin Diskriminierungsvorwürfe erhoben worden. Die Meldung eines persönlich Betroffenen habe es bei den angebotenen internen und externen Anlaufstellen beim Klub nicht gegeben.
„Unabhängig davon werden Maßnahmen zur Prävention von diskriminierendem Verhalten und entsprechenden Äußerungen, auch wenn diese unbeabsichtigt erfolgen, künftig verpflichtender Teil der Trainerfortbildung beim 1. FC Union Berlin“, schrieb der Verein in seinem Statement.
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Auch Lutz Munack wurde darin so zitiert: „Jens Härtel hat sich falsch verhalten und ist dafür von uns sanktioniert worden. Wir respektieren seinen Schritt und haben uns mit ihm auf eine Auszeit verständigt. Sein Verhalten in den letzten Wochen war von ehrlichem Bemühen um Aufarbeitung geprägt, das Verhältnis zur Mannschaft wirkt bis heute völlig intakt“, so der Geschäftsführer Nachwuchs- und Amateurfußball und Mitglied des Präsidiums des 1. FC Union Berlin.
„Unsere Spieler werden wir weiterhin eng begleiten und ermutigen, sich zu melden, wenn sie unangemessen behandelt oder angesprochen werden. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden wir konsequent schulen, um Fehlverhalten, auch versehentlichem, vorzubeugen.“
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