Etwa ein Dutzend neuer Schulen soll im Berliner Umland entstehen. Endgültige Entscheidungen über die Standorte sind noch nicht getroffen. Doch das Brandenburger Bildungsministerium hat jetzt Orte benannt, an denen es in den kommenden Jahren einen erhöhten Bedarf geben wird. Ministeriumssprecher Stefan Woll nannte der Berliner Zeitung die Orte Dallgow-Döberitz, Falkensee, Kleinmachnow, Stahnsdorf, Teltow, Woltersdorf, Schöneiche und Dahlwitz-Hoppegarten. Hier sei der Zuzug aus Berlin besonders stark.Für den Schulbau entwickelt das Bildungsministerium zur Zeit ein Kreditsystem, das den Städten und Gemeinden für 1999 zweieinhalb Millionen Mark zinsgünstig zur Verfügung stellen soll. Wer letztlich von diesen Krediten profitiert, entscheide sich aber erst, nachdem der Landtag dem Finanzierungsmodell zugestimmt habe, sagt Woll. In einigen Orten herrscht jedoch Skepsis gegenüber dem Kreditsystem. "Das ganze ist ein Witz", sagt Bildungsdezernentin Helga Werder aus Falkensee. "Die Kredite bekommt nur, wer einen ausgeglichenen Verwaltungshaushalt vorzeigen kann. Das ist ein echter Teufelskreis, weil wir verschuldet sind." Vor einer Woche ist zwar in Falkensee eine neue Grundschule eröffnet worden. Die Stadt braucht aber dringend einen zweiten Grundschulneubau. Vor den Ferien seien etwa 20 Schüler pro Monat nach Falkensee zugezogen, sagte Helga Werder. In diesem Jahr hat die Stadt erstmals 68 Schüler abweisen müssen, die die einzige Realschule am Ort besuchen wollten. "Das uns vom Bildungsministerium offerierte Programm ist unbrauchbar zur Lösung unserer Probleme."Auch Stahnsdorf braucht wegen der Zugezogenen neue Schulen. "Die Zahl unserer Einwohner ist von 5 800 im Jahr 1993 auf 8 000 gestiegen und wird weiter wachsen", sagt Barbara Sorge vom Schulamt. Die Kommune plant deshalb eine Gesamtschule mit angegliederter Grundschule. "Eine große Unbekannte sind für uns jedoch die Bonner Bediensteten, die hierher ziehen sollen. Wir können schwer schätzen, wie viele Kinder in welchem Alter sie mitbringen werden."Dahlwitz-Hoppegarten plant mit Beginn des nächsten Schuljahres eine Sekundarstufe zwei einzurichten. Diese könnte in die Gesamtschule integriert werden, sagt Bürgermeister Volker Schulz. Etwa 16 Millionen Mark hat die Gemeinde bereits in den Ausbau der Gesamtschule mit angegliederter Grundschule investiert. Die Erweiterung war notwendig geworden, weil die Zahl der Schüler von 290 im Jahr 1990 auf 620 angestiegen war. Inzwischen sei aber auch der Bedarf an Gymnasialplätzen im Kreis enorm gestiegen, sagt Schulz. Zur Zeit müßten Gymnasiasten Fahrtwege von bis zu 40 Kilometern zurücklegen. "Für Ausbau der Gesamtschule, die künftig auch Abiturienten aufnehmen können soll, ist ein zinsgünstiger Kredit eine große Hilfe." Schulz erhofft Konditionen, die die schwierige Finanzlage der Gemeinde berücksichtigen.Es sei noch zu früh, um über Bedingungen zu reden, sagt dagegen Stefan Woll. "Erst wenn das Paket geschnürt ist, können wir prüfen, wer für die Kredite in Frage kommt."Willkommen wären zinsgünstige Kredite auch in Dallgow-Döberitz. "Unsere Grundschule platzt aus allen Nähten", sagt Peter Kriske vom Ordnungs- und Sozialamt. Eine neue Schule sei geplant, doch die Finanzierung sei noch unsicher. Die Zahl der Einwohner in der Gemeinde hat sich in den vergangenen acht Jahren nahezu verdoppelt. "Alles, was zinsgünstig ist, ist gut, aber Kredite allein können die dadurch entstandenen Probleme nicht lösen", sagt er. Denn auch die Kosten für Straßenbau und Grünpflege seien gestiegen.
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