Country

Dolly Parton: Die letzte Frau, die wirklich noch alle zusammengebracht hat

Republikaner, Demokraten, Cowboys und Dragqueens: Alle haben die Königin des Country geliebt. Nun ist Dolly Parton im Alter von 80 Jahren gestorben. Ein Nachruf.

4 Min
Dolly Parton 2014 beim Glastonbury Festival.

Dolly Parton 2014 beim Glastonbury Festival.

© Will Oliver/EPA/dpa

Mit ihrem glockenhellen Sopran hat Dolly Parton stets alle verzaubert: leichter Country-Twang, nasales Timbre – mit verblüffender Reinheit in den ganz, ganz hohen Lagen. Diese Stimme, die von kraftvoll-durchdringendem Uptempo („9 to 5“) bis zu würdevoll-zerbrechlich („Jolene“) alle Register beherrschte. Na gut, auch ihr Styling war spektakulär: das glamourös hochtoupierte blonde Haar, die eng anliegenden Kleider und Anzüge, oft mit Ausschnitt und betonter Taille. Viel Glitzer, Pailletten und Strass. Anleihen aus Vegas-Showbusiness und Country-Kitsch zugleich.

Sie sehe aus wie eine Mischung aus einem „Dorfmädchen und einer Prostituierten“, meinte Dolly Parton mit dem ihr eigenen Witz, samt der von ihr beherrschten, aber gesamtgesellschaftlich selten gewordenen Fähigkeit, sich selbst souverän durch den Kakao zu ziehen und am Ende dabei sogar noch viel cooler dazustehen. Dolly Parton war extrem damit gesegnet. Die Inspiration für die „flitchenhaften“ Bühnen-Outfits kam übrigens von einer Frau aus ihrem Heimatort (in den Smoky Mountains von Tennessee), die von den Nachbarn verachtet wurde, die Dolly aber schon als kleines Kind wunderschön fand.

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