Geopolitik

Trump veröffentlicht Video: US-Helden gegen Nazi-Invasion Grönlands

In einem von Pathos getränkten Video wird die USA als historische Schutzmacht Grönlands inszeniert – gegen Nazis damals, gegen Russland und China heute.

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US-Präsident Donald Trump spricht im Weißen Haus.

US-Präsident Donald Trump spricht im Weißen Haus.

© Saul Loeb/AFP

US-Präsident Donald Trump hat während des umstrittenen Grönland-Besuches seines Vizepräsidenten J.D. Vance ein Video geteilt, in dem die USA als Beschützer der Insel dargestellt werden. Das von Trump in den sozialen Medien veröffentlichte Propagandavideo zeigt Aufnahmen der grönländischen Landschaft sowie Archivmaterial, das offenbar aus Wochenschauen der 1940er Jahre stammt. Es wurde von der konversativen Lobbygruppe Securing American Greatness produziert.

„In der kalten Stille der Tundra entstand eine Verbindung“, fabuliert der Sprecher zu Beginn. Das Video beschreibt weiter, wie die Nazis im Zweiten Weltkrieg die Kontrolle über die Arktis anstrebten und ein US-Schiff torpedierten, das auf dem Weg nach Grönland war, um angeblich eine Nazi-Invasion zu verhindern. Vier US-Militärgeistliche gaben demnach ihre Schwimmwesten ab und „gaben ihr Leben, damit andere leben konnten, um Amerika und Grönland zu schützen“, heißt es im Video weiter. Gemeint ist die Versenkung der SS Dorchester durch ein deutsches U-Boot im Jahr 1943.

Hintergrund: Das für Kriegseinsätze umfunktionierte Schiff sank, wobei 674 der 904 Passagiere an Bord verloren gingen. Die Geschichte von vier Militärgeistlichen, bekannt als die „Vier Geistlichen“ oder die „Unsterblichen Geistlichen“, die alle ihre Schwimmwesten hergaben, um andere zu retten, bevor sie starben, erlangte Berühmtheit und führte zu zahlreichen Gedenkstätten.

In dem Video heißt es: USA wollen Grönland vor russischer Aggression und chinesische Expansion schützen

„Doch heute sieht sich Grönland neuen Bedrohungen ausgesetzt – durch russische Aggression und chinesische Expansion“, fährt der Erzähler fort. Weiter heißt es, die Partnerschaft zwischen den USA und Grönland wachse mit „jeder Arktispatrouille, jeder Partnerschaft, die im Schatten des schmelzenden Eises und der zunehmenden Spannungen geschmiedet wird“. Die historische Verbindung mit Grönland sei „nicht nur Geschichte. Es ist Schicksal“, heißt es weiter, während im Hintergrund Musik erklingt und Eisberge auf dem Bildschirm zu sehen sind. „Jetzt ist es an der Zeit, wieder zusammenzustehen. Für Frieden, für Sicherheit, für die Zukunft. Amerika steht an der Seite Grönlands.“

Trump: „Wir brauchen Grönland. Wir haben keine andere Wahl.“

Trump machte am Freitag machte zudem am Freitag vor Journalisten im Weißen Haus klar, dass er seine Idee einer Einverleibung Grönlands durch Amerika Ernst meint. „Wir brauchen Grönland“, betonte der US-Präsident. „Wir haben keine andere Wahl.“ Für die internationale Sicherheit und den Weltfrieden sei es sehr wichtig, „dass wir Grönland haben“. Er schob nach: „Es geht nicht um die Frage: Können wir darauf verzichten? Das können wir nicht.“ Auf den Wasserstraßen rund um die Insel im Nordatlantik seien „überall chinesische und russische Schiffe“ unterwegs. Man könne sich nicht auf Dänemark verlassen, sich darum zu kümmern.

J.D. Vance in Grönland: Dänemark hat keine gute Arbeit geleistet

Ungeachtet des Protests aus Dänemark hatte US-Vizepräsident Vance am Freitag den einzigen US-Militärstützpunkt auf Grönland besucht und dabei scharfe Vorwürfe gegen den dänischen Nato-Verbündeten erhoben. Gemeinsam mit seiner Frau und dem Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz traf Vance am Nachmittag in Pituffik im Nordwesten Grönlands ein, wo er sagte: „Unsere Botschaft an Dänemark ist sehr einfach: Sie haben keine gute Arbeit für die Menschen in Grönland geleistet. Sie haben zu wenig in die Menschen in Grönland investiert und Sie haben zu wenig in die Sicherheitsarchitektur dieser unglaublichen, wunderschönen Landmasse investiert“, sagte Vance auf dem US-Stützpunkt.

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Am Tag des Besuches von J.D. Vance und seiner Frau demonstrierte die grönländische Politik mit einer Regierungsbildung eine symbolische Einheit. Vier der fünf Parteien im grönländischen Parlament Inatsisartut werden in der neuen Regierung vertreten sein, darunter auch die linke Inuit Ataqatigiit (IA) des bisherigen Regierungschefs Múte B. Egede. Nur die auf eine schnelle Unabhängigkeit vom Königreich Dänemark pochende Partei Naleraq steht außen vor – sie bildet nun alleine die Opposition.

Eine solch breite Regierungszusammenarbeit ist auf Grönland sehr ungewöhnlich, wird aber als Reaktion auf die wiederholten Aussagen von Trump betrachtet. „Es ist eine Zeit, in der wir als Bevölkerung unter Druck stehen“, sagte Nielsen nach Angaben des grönländischen Rundfunksenders KNR bei der Präsentation der neuen Regierung. „Wir müssen zusammenhalten. Gemeinsam sind wir am stärksten.“

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