In diesem Buch kommen Wesen zusammen, die man üblicherweise nicht beieinander erwartet: Der diktatorische jugoslawische Staatschef Josip Broz Tito, der Zirkuskünstler Leo Svengali, der sich vor allem als Hypnotiseur betätigt, und eine Fliege. Nun ja, eine Fliege könnte sich überall niederlassen und ihre Beinchen reiben. Aber diese eine verbindet die beiden Männer.
So berichtet uns das Dora Kaprálová oder besser: ihre Ich-Erzählerin in dem Roman „Die Mariborhypnose“ – eine Schriftstellerin, die den Auftrag hat, einen literarischen Reiseführer über Maribor zu schreiben. Maribor ist die zweitgrößte Stadt Sloweniens. Hier unterhielt der Hypnotiseur sein Publikum, hier hielt Hitler eine Rede, hier saß Tito im Gefängnis. Später schwang auch er hier seine Reden. Es gibt ein mehrstöckiges Wohnhaus mit dem zweifelhaften Spitznamen Jüdische Platte, „der ganze Stolz des jugoslawischen Sozialismus“ – erbaut genau dort, „wo während des Kriegs die Synagoge niedergebrannt wurde“.
Gastland
„Die Mariborhypnose“: Eine Liebesgeschichte durch Fliegenaugen
Die in Berlin lebende tschechische Schriftstellerin Dora Kaprálová verzaubert mit einem verspielten Roman. Europäische Geschichte steckt auch darin. Die Kritik.
4 Min
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Dora Kaprálová lüftet gern Geheimnisse.
© DAVID KONECNY
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