Personalie

Berliner Bernd Ebert: Der Neue für Dresdens Welterbe-Museen

Der gebürtige Berliner Bernd Ebert wird Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Was dürfen wir von dem promovierten Kunsthistoriker erwarten?

2 Min
Bernd Ebert, eben berufener Generaldirektor der SKD

Bernd Ebert, eben berufener Generaldirektor der SKD

© codart

Eines ist so sicher wie das Amen in der aus einem Trümmerhaufen von 1945 wiederaufgebauten Dresdner Frauenkirche: Bernd Ebert, der soeben ins Amt gesetzte und am 1. Mai startende neue Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen wird – neben all den Schätzen in 15 Museen – gerade auch die Jahrhundert-Kinder der uralten Königsdisziplin Malerei lieben. Den Geist und Glanz von Rembrandt, Rubens, Tizian, Tintoretto, Bellotto – die Inkunabeln, die August der Starke und sein noch mehr kunstvernarrter Sohn August III. dereinst in den Blütezeiten des „Goldenen Barock“ angeschafft haben.

Der in Berlin geborene, in Bonn promovierte Kunsthistoriker, Jahrgang 1972, folgt auf die bisherige Generaldirektorin Marion Ackermann, die gerade den Wechsel zur künftigen Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) Berlin vollzieht und am 1. Juni antritt. Ihr mit Spreewasser getaufter Nachfolger an der Elbe ist nicht nur erfreulich jung für das hehre Amt; er kennt sich auch aus mit jedem Pinselstrich und Firnishauch der Alten Meister, deretwegen alljährlich gut drei Millionen Dresden-Besucher aus aller Welt auch die Meisterwerke von Raffael, Rembrandt, Rubens in der Sempergalerie am Zwinger und ebenso vom Romantiker Caspar David Friedrich bis zum Moderne-Hero Gerhard Richter im Albertinum an der Brühlschen Terrasse sehen wollen.

Ebert, seit 2013 in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München tätig und davor Kurator an Museen in Südafrika, Asien, Europa und den USA, leitete bis vor kurzem die Sammlungen für Holländische und Deutsche Barockmalerei an der Alten Pinakothek, hat unter anderem ein Buch über die Stillleben-Malerei im „Goldenen Jahrhundert“ der Niederlande geschrieben.

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) stellen einen der bedeutendsten und ältesten Verbünde Europas dar und sind im Besitz des Freistaates Sachsen. Die Tradition geht auf die im Jahr 1560 gegründete Kunstkammer der sächsischen Kurfürsten zurück, wodurch schon früh Werke der europäischen Romanik, Gotik und Renaissance an den sächsischen Hof gelangten. Superstar der Galerie Alte Meister ist zweifellos Raffaels „Sixtinische Madonna“, seit 1753 in Dresden. Und das Kleinod „Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster“ des Delfters Vermeer dürfte Ebert, dem profunden Kenner holländischer Kunst, eine helle Freude sein.

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