Pop

Dream-Rock aus der Gefängniszelle: Warum Roomer die Berliner Radiohead sind

Solo stammen sie aus verschiedenen Musikwelten, gemeinsam feiern sie die E‑Gitarre. Warum „weniger ist mehr“ richtig laut sein kann – und was Berlin damit zu tun hat.

Linus Rogsch
Linus Rogsch
7 Min
Das Berliner Shoegaze-Trio Roomer (v.l.n.r.): Ludwig Wandinger, Luka Aron und Ronja Schößler.

Das Berliner Shoegaze-Trio Roomer (v.l.n.r.): Ludwig Wandinger, Luka Aron und Ronja Schößler.

© Jordis Antonia Schlösser/Ostkreuz

Es gibt Musiker, die unbedingt eine bestimmte Botschaft rüberbringen wollen, und solche, die gerne jeden technischen Kniff und jede Harmonie ihrer Songs minutiös nacherzählen. Und dann gibt es diejenigen, die ihre Musik einfach um der Musik willen spielen, ohne großen Wirbel darum zu machen. Ronja Schößler, Luka Aron und Ludwig Wandinger – gemeinsam unterwegs als Roomer – gehören eher in letztere Kategorie.

An einem sonnigen Nachmittag Ende August sitzen sie auf einem Mäuerchen in Moabit. Ganz in der Nähe ihres Proberaums. Alle drei tragen schwarze Hosen, dunkle Jacken und haben lange, glatte Haare, die ihre Gesichter einrahmen. Bevor man die drei kennenlernt, könnte man ihren Kleidungsstil vielleicht als düster bezeichnen.

Doch düster sind die Berliner Musiker überhaupt nicht. Im Gespräch über ihre neue, ihre zweite Platte „Staircase Made of Rope“ schmunzeln sie sich immer wieder gegenseitig an und antworten nachdenklich, aber offen. Dezent beschreibt den Roomer-Style wohl besser.

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