Sachsen

Dresdner Zwinger: Kriminelle planen Diebstahl von seltenen Kunstschätzen

Nach Hinweisen auf einen geplanten Diebstahl wertvoller Kunstschätze wurden die Sicherheitsvorkehrungen im Dresdner Zwinger verstärkt.

OAZ
3 Min
Im Fokus von Dieben: Die Porzellansammlung des Dresdner Zwingers.

Im Fokus von Dieben: Die Porzellansammlung des Dresdner Zwingers.

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Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) stehen erneut im Fokus von Kriminellen. Nach einem Cyberangriff im Januar gibt es nun konkrete Hinweise auf einen geplanten Einbruch in die Porzellansammlung des Dresdner Zwingers. Besonders wertvolle Exponate, darunter die millionenschwere Ru-Schale aus der chinesischen Song-Dynastie, wurden bereits aus Sicherheitsgründen aus der Ausstellung entfernt. Die Ermittlungen laufen unter der Leitung einer eigens eingerichteten Sonderkommission „Agnes“.

Nach Informationen einer ausländischen Sicherheitsbehörde sollen die Täter gezielt Kunstwerke aus der Porzellansammlung ins Visier genommen haben. Die Auftraggeber des geplanten Diebstahls sollen aus Asien stammen, wie das Bundeskriminalamt mitteilte. Die Hinweise wurden an das Landeskriminalamt Sachsen weitergeleitet, das nun mit Unterstützung der Generalstaatsanwaltschaft Dresden umfassende Ermittlungen führt. Auch ein möglicher Zusammenhang mit dem jüngsten Cyberangriff auf die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wird geprüft. Laut bisherigen Erkenntnissen zielte dieser Angriff wohl darauf ab, Sicherheitsvorkehrungen des Museums zu schwächen – offenbar jedoch ohne Erfolg.

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden betonten, dass die Sicherheit der Kunstschätze und Besucher gewährleistet sei. „Unsere Einrichtungen sind umfassend geschützt“, erklärte Sprecherin Anja Priewe. Neben einem erhöhten Aufgebot an Security-Kräften überwachen zusätzliche Polizisten die Ausstellungsräume. Besucher konnten am Donnerstag dennoch den regulären Museumsbetrieb genießen, ohne von den Ermittlungen und Maßnahmen beeinträchtigt zu werden.

Erinnerungen an Diebstahl im Grünen Gewölbe

Besonders im Fokus der Kriminellen steht demnach eine seltene Ru-Schale aus der Nördlichen Song-Dynastie (960-1127), deren Wert durch eine Sotheby’s-Auktion 2017, bei der ein vergleichbares Stück für 37,7 Millionen Dollar versteigert wurde, eindrucksvoll belegt wird. Die Schale gelangte 1927 in die Dresdner Sammlung und wurde 2021 im Zuge eines Forschungsprojekts als äußerst wertvolles chinesisches Original identifiziert. Ihre schlichte Eleganz und historische Einzigartigkeit machen sie zu einem begehrten Ziel für Kunstsammler und Kriminelle gleichermaßen.

Die Porzellansammlung des Zwingers zählt zu den bedeutendsten keramischen Spezialsammlungen weltweit und umfasst rund 20.000 Exponate. Ihre Bestände gehen maßgeblich auf die Sammelleidenschaft August des Starken zurück und beinhalten neben chinesischen und koreanischen Kunstwerken auch japanisches Kakiemon-Porzellan sowie Meißner Exponate.

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Der Vorfall weckt Erinnerungen an den spektakulären Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe im Jahr 2019, bei dem Mitglieder eines arabischstämmigen Clans wertvolle Schmuckstücke und Diamanten erbeuteten. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden seitdem umfassend überarbeitet. Dennoch bleibt die Frage nach der Sicherheit sächsischer Kunstsammlungen angesichts der aktuellen Bedrohung durch internationale Kriminalität und Cyberangriffe brisant. Die Ermittlungen der Sonderkommission „Agnes“ dauern an, während die Staatlichen Kunstsammlungen ihre Sicherheitsmaßnahmen weiter verstärken. Die Museumsleitung appelliert an die Öffentlichkeit, Verdachtsmomente oder verdächtige Aktivitäten umgehend den Behörden zu melden.

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