Ukrainische Drohnen haben nach Reuters-Angaben Stunden vor Beginn des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg ein Öl-Exportterminal in der russischen Millionenstadt getroffen. Über dem Stadtzentrum war Rauch zu sehen, Reuters-Reporter hörten am Mittwochmorgen laute Explosionen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff auf die Treibstoffanlage und erklärte, nahe der Stadt sei außerdem eine Militäreinrichtung attackiert worden.
In der Nacht zum Mittwoch waren im Leningrader Gebiet im Nordwesten Russlands mindestens 30 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Das teilte der Gouverneur der Region, Alexander Drozdenko, am frühen Morgen über seinen offiziellen Kanal mit. Die Luftverteidigung sei weiter im Einsatz. Über Verletzte oder Schäden an der Infrastruktur lagen zunächst keine Angaben vor.
Einschränkungen am Flughafen Pulkowo
Der Luftalarm wurde nach Angaben des Petersburger Onlineportals Fontanka.ru gegen drei Uhr nachts ausgelöst. Anwohner in mehreren Bezirken von Sankt Petersburg berichteten demnach gegen fünf Uhr morgens von lauten Geräuschen, die wie Explosionen klangen. Die Behörden warnten vor möglichen Einschränkungen beim mobilen Internet.
Am Flughafen Pulkowo trat nach Angaben der russischen Luftfahrtaufsicht Rosawiazija der Notfallplan „Kowjor“ (Teppich) in Kraft. Der Flughafen stellte den Betrieb zunächst ein und nahm ihn anschließend nur eingeschränkt wieder auf. Mehr als 30 Flüge seien verspätet oder gestrichen worden, berichteten lokale Medien laut Reuters.
Angriff fällt mit Forum-Auftakt zusammen
Der Angriff ereignete sich zum Auftakt des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg, das am Mittwoch beginnt. Präsident Wladimir Putin soll dort am Freitag die Hauptrede halten. Erwartet werden unter anderem die Präsidenten Usbekistans und Tansanias sowie der Vizepräsident Chinas und der saudische Energieminister.
Der Petersburger Gouverneur Alexander Beglow erklärte gegenüber der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti, die Stadt habe umfassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Reuters zufolge wurden in der Nacht zum Mittwoch auch über Moskau und in der Region Tambow Drohnen registriert. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach von mindestens 20 abgefangenen Flugkörpern im Anflug auf die Hauptstadt.
Schwere russische Angriffe auf die Ukraine
In der Nacht zu Dienstag hatte Russland nach Angaben der Nachrichtenagentur AP mehrere ukrainische Städte mit Drohnen und Raketen angegriffen. Mindestens 22 Zivilisten seien getötet und 138 verletzt worden. In Dnipro kamen demnach 16 Menschen ums Leben, in Kiew sechs. Die ukrainische Luftwaffe sprach von 73 Raketen und 656 Drohnen, von denen 40 Raketen und 602 Drohnen abgewehrt worden seien. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte mehr Unterstützung aus den USA und Europa.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, der Angriff habe militärisch-industriellen Anlagen in mehreren Regionen gegolten. Die ukrainische Seite bestätigte Schäden an Wohngebäuden sowie an Energie- und Zivilinfrastruktur.
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