Sudan-Krieg

Drohnenangriff aus dem Sudan tötet 17 Zivilisten in tschadischer Grenzstadt

Bei einem Angriff auf die Stadt Tine starben Trauergäste und Kinder. Präsident Déby ordnete Vergeltung bei weiteren Attacken an und ließ die Grenze vollständig schließen.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Ein Verletzter aus dem Sudan wird im Grenzort Tine im Osten des Tschad behandelt. Der Krieg im Nachbarland fordert auch dort Opfer.

Ein Verletzter aus dem Sudan wird im Grenzort Tine im Osten des Tschad behandelt. Der Krieg im Nachbarland fordert auch dort Opfer.

© Joris Bolomey/AFP

Ein Drohnenangriff aus dem Sudan hat am Mittwoch in der tschadischen Grenzstadt Tine 17 Menschen getötet. Das gab die tschadische Regierung am Donnerstag bekannt, wie Reuters meldete. Sämtliche Toten und Verletzten seien Zivilisten, erklärte eine militärische Quelle gegenüber der Nachrichtenagentur.

Die Drohne schlug am Mittwochnachmittag in ein Wohnhaus ein, in dem sich Trauergäste zu einer Begräbniszeremonie versammelt hatten. Ein Bewohner der Stadt schilderte Reuters, die Anwesenden hätten gemeinsam den Koran gelesen, als es zwei Explosionen gab. Unter den Opfern seien auch Kinder gewesen, die in der Nähe gespielt hätten.

Lokale Behörden hatten die Zahl der Toten zunächst mit 16 angegeben, dazu zehn Verletzte. Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua bestätigte später unter Berufung auf den tschadischen Regierungssprecher 17 Tote.

Déby ordnet Vergeltung an

Der Präsident des Tschad, Mahamat Idriss Déby, reagierte noch am Mittwochabend. Wie das Nachrichtenportal Africanews berichtete, wies er die Armee an, auf jeden weiteren Angriff aus dem Sudan mit Vergeltung zu antworten. In einer weiteren Mitteilung kündigte die Regierung an, die Grenze zum Sudan vollständig zu schließen und die Sicherheitspräsenz an der Grenze zu verstärken. Zudem behielt sich der Tschad vor, auch auf sudanesischem Gebiet militärisch zu operieren.

Der Angriff steht im Zusammenhang mit dem Krieg im Sudan. Im April 2023 eskalierte der Machtkampf zwischen der Armee und der paramilitärischen Miliz „Rapid Support Forces” in Khartum und anderen Teilen des Landes zu einem offenen Krieg.

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden seit Beginn des Konflikts bis November 2025 mehr als 40.000 Menschen getötet. Neuere Schätzungen und Hilfsorganisationen gehen jedoch von einer deutlich höheren Zahl aus. Der Konflikt hat wiederholt auf tschadisches Gebiet übergegriffen und dort Opfer sowie Sachschäden verursacht.

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Bereits im vergangenen Monat schloss der Tschad seine östliche Grenze zum Sudan, nachdem bei Kämpfen in der Grenzstadt Tine fünf tschadische Soldaten getötet worden waren.

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