Ukraine-Krieg

Krim: Russland meldet Tote nach Drohnenangriff – Kraftstoffverkauf eingestellt

Die Ukraine griff nach Angaben Selenskyjs Ölanlagen und Militärinfrastruktur auf beiden Seiten der Krimbrücke an. Russland meldet mehrere Tote und Verletzte auf der Halbinsel.

3 Min
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj

© Michael Kappeler/dpa

Die Ukraine hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der Nacht zum Sonntag erneut Ölanlagen, militärische Logistik und Luftabwehrsysteme der russischen Streitkräfte angegriffen. Die Angriffe seien in einer Entfernung von rund 300 Kilometern zur Frontlinie erfolgt, schrieb Selenskyj auf X. 

Getroffen worden seien Einrichtungen auf beiden Seiten der Krimbrücke, darunter ein Öldepot in der von Russland besetzten Stadt Kertsch sowie Logistikanlagen zum Öltransport in der südrussischen Region Krasnodar. Zudem seien laut Selenskyj vier Radarstationen von S-400-Luftabwehrsystemen und zwei Pantsir-Flugabwehrsysteme getroffen worden.

Selenskyj sprach von einer „gerechten Reaktion auf die brutalen Angriffe Russlands“ auf die Ukraine. Nach seinen Angaben wurden bei jüngsten russischen Angriffen auf Saporischschja fünf Menschen getötet, 26 seien verletzt worden. In der Stadt Poltawa habe es zwei Tote und zwölf Verletzte gegeben.

Berichte über Brände in Hafenanlagen

Nach nicht bestätigten Angaben von Telegram-Kanälen, auf die sich der Kyiv Independent beruft, brach an einem Öl-Terminal des Unternehmens TES im Hafen von Kertsch ein Feuer aus. Auch im russischen Hafen Kawkas auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge von Kertsch sei ein größerer Brand gemeldet worden. Eine unabhängige Überprüfung der Berichte war zunächst nicht möglich.

Der von Russland eingesetzte Gouverneur der Halbinsel Krim, Sergej Aksjonow, sprach laut der Nachrichtenagentur Interfax von vier Toten und 28 Verletzten infolge eines Drohnenangriffs im Raum Kertsch auf der Krim. Die Verletzten würden versorgt, Einsatzkräfte seien vor Ort, hieß es.

Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, schrieb auf Facebook, er entschuldige sich bei „Ukrainern in den besetzten Gebieten“ für „die ständige Unruhe, die gesperrten Brücken und Straßen, die Dunkelheit und den Stress“. Er rief dazu auf, sich von militärischen Einrichtungen und „allem, was eine Brandgefahr darstellt“, fernzuhalten.

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Ukraine will Krim isolieren

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hatte laut Kyiv Independent bereits Mitte Juni in einem Interview mit dem YouTube-Kanal PRESSING erklärt, die Krim werde „ durch Drohnen isoliert“. „Es sieht so aus, als würde sich die Halbinsel Krim in naher Zukunft in eine Insel verwandeln“, sagte er weiter.

Nach seinen Angaben habe das Verteidigungsministerium in den ersten vier Monaten 2026 dreimal so viele Mittelstreckendrohnen beschafft wie im gesamten Jahr 2025. „Für die Russen beginnt die Hölle – eine, mit der sie nur schwer fertig werden“, zitierte Kyiv Independent den Minister. Die Logistik werde „abgeschnitten“.

Aksjonow erklärte laut Interfax am Sonntag, dass der Verkauf von Kraftstoff an Tankstellen auf der Krim eingestellt worden sei. Kraftstoff werde demnach nur an staatliche Stellen abgegeben, um kritische Infrastruktur und die Sicherheit zu gewährleisten. Bereits im Mai waren laut Interfax Beschränkungen für den Verkauf von Kraftstoff eingeführt worden.

Die Ukraine hatte laut AFP zuletzt verstärkt russische Raffinerien und Ölinfrastruktur angegriffen, darunter auch eine große Raffinerie in Moskau. Dazu kommen Angriffe auf wichtige Straßen und Verkehrsverbindungen wie etwa die Strecke zwischen der Krim und dem russischen Festland. (mit AFP)

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