Die Ukraine will nach Angaben des Befehlshabers der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, die von Moskau annektierte Halbinsel Krim von Russland abschneiden. „Wir werden die Krim in naher Zukunft isolieren“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.
Der Verkehr auf der Fernstraße Noworossija – einer zentralen russischen Nachschubroute durch besetztes südukrainisches Gebiet – sei im vergangenen Monat um mehr als zwei Drittel zurückgegangen, sagte er. Binnen eines weiteren Monats werde die Ukraine die Straße vollständig kontrollieren. Das russische Verteidigungsministerium antwortete laut Reuters nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.
Brovdi, der auch unter dem Rufnamen „Madyar“ bekannt ist, beschrieb Angriffe auf Fahrzeuge auf der ungeschützten Straße als „so einfach wie Rebhühner auf offenem Feld zu schießen“. Ziel sei es, Moskau zum Rückzug von Truppen zu zwingen. Man werde Bedingungen schaffen, die es Militärangehörigen und Beschäftigten der Rüstungsindustrie auf der Krim und in den besetzten Gebieten extrem erschweren würden, dort zu bleiben.
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Krim: Treibstoffversorgung eingeschränkt
Zunehmende Drohnenangriffe beeinträchtigen laut Reuters schon jetzt die militärische Logistik und die Treibstoffversorgung auf der Krim, sodass eine Rationierung eingeführt wurde. Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur von mehreren Tankstellen, die am Donnerstag kein Benzin mehr hatten.
An den meisten Tankstellen in der Stadt Sewastopol gab es nach Beobachtungen eines Augenzeugen am Donnerstag kein Benzin mehr. Im Badeort Jewpatorija bildeten sich lange Schlangen vor der einzigen noch arbeitenden Tankstelle, sagte ein weiterer Beobachter.
Der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, erklärte laut Reuters, die Verteilung des rationierten Benzins verzögere sich, weil Tanklastwagen die Stadt nach jüngsten ukrainischen Angriffen nicht erreichen könnten.
Ukraine: Brücke zwischen Krim und Cherson beschädigt
Treibstoff wird dem Bericht zufolge überwiegend per Straße und Schiene über die seit 2022 von Russland besetzten Gebiete nördlich der Krim geliefert. Lieferungen über den Seeweg über das Ölterminal in Feodossija waren nach einem ukrainischen Angriff im April eingestellt worden. Der ukrainische Kommandeur Dmytro Filatow sagte ukrainischen Medien laut Reuters am Donnerstag, Kiews Streitkräfte hätten die Tschonhar-Brücke zwischen der Krim und dem Gebiet Cherson beschädigt und den Verkehr gestoppt.
Nach Angaben Brovdis zerstörten die Drohneneinheiten in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 174 russische Luftabwehrsysteme im Wert von rund 5,4 Milliarden Dollar. Die Einheiten machten 2,5 Prozent der ukrainischen Streitkräfte aus, seien aber für etwa ein Drittel der russischen Verluste der vergangenen zwölf Monate verantwortlich. Diese Angaben ließen sich laut Reuters nicht unabhängig überprüfen.
Michael Kofman von der Denkfabrik Carnegie Endowment for International Peace sagte Reuters, Fortschritte in der Drohnentechnologie machten es der Ukraine möglich, die Krim mit der Zeit abzuschneiden. Ein Zurückdrängen russischer Truppen erfordere jedoch eine koordinierte Bodenoffensive.
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