Bildung

Droht die Pleite an Mecklenburg-Vorpommerns Hochschulen?

Die Universitäten in Rostock und Greifswald warnen vor immer größer werdenden Finanzierungslücken. Sie sehen die künftige Landesregierung in der Pflicht. Es geht um Millionenbeträge.

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Das Hauptgebäude der Universität am Universitätsplatz in Rostock.

Das Hauptgebäude der Universität am Universitätsplatz in Rostock.

© Stefan Sauer/dpa

Die beiden größten Hochschulen Mecklenburg-Vorpommerns wenden sich mit deutlichen Finanzforderungen an die künftige Landesregierung in Schwerin. Sowohl die Universität Rostock als auch die Universität Greifswald warnen vor strukturellen Defiziten in Millionenhöhe, die ohne zusätzliche Mittel vom Land nicht mehr aufzufangen seien.

Die Universität Rostock, mit knapp 13.000 Studierenden die größte Hochschule des Landes, rechnet nach eigenen Angaben für die Jahre 2028 und 2029 mit einem jährlichen Finanzierungsdefizit von mindestens vier bis fünf Millionen Euro. Eine aktuelle Finanzprognose auf Basis der vorhandenen Haushaltsdaten zeige, dass die Landesmittel künftig nicht mehr ausreichten, um die laufenden Aufgaben dauerhaft zu finanzieren, teilte die Universität mit. Bislang habe man die Lücke aus Rücklagen schließen können – ab 2028 sei das nicht mehr möglich.

Universität Rostock nennt sieben Gründe

Als Ursachen führt die Uni Rostock sieben Gründe an: deutlich gestiegene Kosten der betrieblichen Altersversorgung, einen zunehmenden Sanierungs- und Instandhaltungsbedarf der Gebäude, wachsende Anforderungen an IT-Infrastruktur, Forschungssicherheit sowie Informations- und IT-Sicherheit und eine anhaltende Unterfinanzierung des vereinbarten Stellenplans. Die Entwicklungen hätten sich in den vergangenen anderthalb bis zwei Jahren verschärft, auf die Risiken habe man das Land wiederholt hingewiesen.

Die Hochschule fordert eine Überprüfung der vereinbarten Finanzierung des Stellenplans und eine Anpassung an den tatsächlichen Personalbedarf. Eine Neuberechnung mit einer Finanzierung von 97 Prozent wäre nach Angaben der Universität ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung.

Greifswald verlangt bis zu acht Millionen Euro Überbrückungshilfe

An der Universität Greifswald mit rund 9500 Studierenden ist die Lage nach eigener Darstellung ähnlich. Dort beziffert die Hochschule das aktuelle strukturelle Defizit auf rund sieben Millionen Euro jährlich. Auf dieses Problem habe man das Wissenschaftsministerium bereits seit Anfang des Jahres wiederholt hingewiesen, hieß es. Anfang 2026 sei ein umfassender Konsolidierungsprozess eingeleitet worden. Für die Übergangsphase benötige die Universität eine zeitlich befristete Überbrückungs- und Transformationsfinanzierung von bis zu acht Millionen Euro bis 2032.

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„Die künftige Landesregierung muss deshalb entscheiden, welchen Stellenwert sie Wissenschaft und Hochschulen für die Entwicklung unseres Landes beimisst. Wer Spitzenforschung, gute Lehre, Innovation und Fachkräftesicherung erwartet, muss auch die finanziellen Voraussetzungen dafür schaffen“, sagte Rektorin Katharina Riedel der Deutschen Presse-Agentur.

150 Millionen Euro aus Bundes-Sondervermögen eingeplant

In Schwerin laufen derzeit die Verhandlungen für eine rot-rot-grüne Koalition. Das Themenfeld Wissenschaft und Kultur wurde in dieser Woche abgeschlossen. Aus dem Sondervermögen des Bundes will Mecklenburg-Vorpommern 150 Millionen Euro in die Hochschulen investieren. Nach Angaben von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) soll das Geld unter anderem in die Mensa Süd in Rostock und in die Pflegeschule an der Universitätsmedizin in Greifswald fließen. Ob damit auch die von den Hochschulen beklagten strukturellen Defizite im laufenden Betrieb aufgefangen werden, geht aus den bisherigen Angaben nicht hervor.

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