Eurasien

Und auf Erden Dschingis Khan: Die große Ausstellung auf der Berliner Museumsinsel

Für die einen ist der reitende Eroberer ein Nationalheld, für die anderen ein Massenmörder. Der Mongolenfürst und sein Weltreich sind jetzt auf der Berliner Museumsinsel zu bewerten.

7 Min
Monumentalstatue Dschingis Khans aus Ulan Bator, das Antlitz ist fiktiv; es gibt kaum Abbildungen von vor über 800 Jahren.

Monumentalstatue Dschingis Khans aus Ulan Bator, das Antlitz ist fiktiv; es gibt kaum Abbildungen von vor über 800 Jahren.

© Chinggis Khaan National Museum Ulaanbaatar

Wie bringt man im Museum zum Sprechen, was Archäologen über Jahrzehnte geduldig aus der Erde gebuddelt und erforscht haben? Wie können achteinhalb Jahrhunderte tiefmittelalterlicher eurasischer Weltgeschichte lebendig werden ohne trockene Zahlen und Begriffe?

Für „Dschingis Khan und die Welt der Mongolen“ haben die Kuratoren Benjamin Wehry und Anton Gass, unterstützt von der Berliner Archäologie-Instanz Matthias Wemhoff, das Museum für Vor- und Frühgeschichte in fünf aufwendig inszenierte „Bühnenbilder“ verwandelt. Basis sind bisherige Erkenntnisse und vor allem intensive mongolisch-deutsche Grabungsforschungen der letzten 20 Jahre. So ergibt sich nun ein erweiterter, gar neuer Blick auf Dschingis Khan, seine Herrschaft und die seiner Söhne und Enkel.

Dieser irdische Gottgleiche und seine Nachkommen besaßen nachweislich immense Manneskräfte. Die Forschung zählt heute 16 Millionen Männer als Nachgeborene der Mongolenherrscher. Zwischen Pazifik und Kaspischem Meer ist bei etwa acht Prozent der männlichen Bevölkerung eine gemeinsame genetische Signatur im Y-Chromosom feststellbar.

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