Klima

Dürresommer 2026: Fakt oder Feigenblatt für neue Abgaben und Verbote?

Trockenheit, Ernteausfälle und Wasserverbote: Wie real ist die Krise 2026 – und wo dient sie der Politik nur als Vorwand für neue Regulierungen?

Christof Weber Cristof Weber
12 Min
Ein Schiff fährt an frei liegenden Sandbänken auf dem Rhein bei Bacharach vorbei. Die Binnenschifffahrt ist bereits massiv eingeschränkt.

Ein Schiff fährt an frei liegenden Sandbänken auf dem Rhein bei Bacharach vorbei. Die Binnenschifffahrt ist bereits massiv eingeschränkt.

© Boris Roessler/dpa

Dass der diesjährige Sommer in Europa sehr trocken ausfällt, ist eine messbare Tatsache. Rhein, Donau und andere Flüsse führen wenig Wasser; Frachtschiffe können deutlich weniger Ladung transportieren, was die Transportkosten erhöht und betroffene Industriebranchen belastet. Bauern melden Einbußen bei Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben sowie erhebliche Ausfälle beim Silomais. Besonders betroffen sind Süd- und Westdeutschland, wo es bei einzelnen Kulturen zu Missernten kam.

Auch die Energieversorgung ist betroffen: Ende Juli musste im ungarischen Kernkraftwerk Paks wegen des niedrigen Donaupegels ein Reaktor abgeschaltet werden. Die Gesamtleistung der Anlage sank auf weniger als die Hälfte des Normalwerts.

Auch auf deutschen Berghütten wurde das Wasser knapp. Nach Angaben des Deutschen Alpenvereins musste die Tölzer Hütte im Karwendel zeitweise schließen. Zur Blaueishütte im Nationalpark Berchtesgaden wurde Wasser per Hubschrauber geflogen; dort blieben die Waschräume geschlossen, am Watzmannhaus waren die Wasserhähne nur eingeschränkt geöffnet. Ähnliche Probleme meldete der Österreichische Alpenverein: Auch dort könnten einzelne Hütten bei anhaltender Trockenheit ihre Saison vorzeitig beenden.

Für Österreich meldete die GeoSphere Austria am 18. August einen Rekord: In den zwölf Monaten bis Juli war die Trockenheit so ausgeprägt wie nie zuvor in der 176-jährigen Messreihe. Die Auswertung berücksichtigt sowohl den Niederschlag als auch die Verdunstung. Im Frühjahr fiel landesweit nur etwa halb so viel Niederschlag wie im Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Ende Juli wiesen knapp 90 Prozent der Grundwassermessstellen niedrige oder sehr niedrige Werte auf.

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