Es herrscht Aufbruchstimmung bei der SG Dynamo Dresden. Die ist in diesen Tagen vor allem an einer Zahl greifbar: neun. Neun Neuzugänge hatte Sport. Geschäftsführer Sören Gonther bis zum Trainingsauftakt bereits verpflichtet. Vor einem Jahr war Alexander Rossipal der einzige Neue beim ersten Training. Der Unterschied ist diesmal mit Händen zu greifen – auch für die Fans, die jeden Neuzugang bejubelten und nach dem Training lange auf ihre Autogramme warteten.
Insgesamt 1.350 Fans kamen am Sonntag (28. Juni) zum Trainingsauftakt zur Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportstätte des Kreisoberligisten TuS Weinböhla – trotz 35 Grad Hitze. Weinböhla ist kein Zufall. Dynamo will die Region stärker einbinden und nah an den Fans sein. In der Sommervorbereitung werden die Schwarz-Gelben häufiger ins Dresdner Umland gehen. Testspiele in Bautzen, Neustadt/Spree und Großenhain sind geplant. Den Auftakt macht das erste Testspiel am Freitag (3. Juli) bei Budissa Bautzen.
Sportchef ist erfreut über frühen Kaderaufbau
Bevor es zu den Testspielen kommt, hatte Cheftrainer Thomas Stamm beim ersten Training erst einmal 22 Profis um sich versammelt. Brooklyn Ezeh, Simon Straudi, Ahmet Muhamedbegovic, Nicolai Rapp, Tobias Raschl und Stürmer Kaan Inanoglu absolvierten ihr erstes Training im Dynamo-Dress. Robert Wagner und Jonas Sterner, in der Rückrunde noch Leihspieler und Garanten des Klassenerhalts, wurden inzwischen fest verpflichtet.
Gonther freut sich über den frühen Kaderaufbau: „Ich bin natürlich sehr froh darüber, dass viele Sachen, mit denen wir uns beschäftigt haben, dass wir das zum Trainingsstart geschafft haben." Stamm sieht es genauso: „Es wurde in den letzten Wochen und Monaten gut vorbereitet. Da haben wir die volle Überzeugung, dass die Jungs charakterlich, aber auch inhaltlich sehr gut zu uns passen." Gerade die feste Verpflichtung von Wagner gilt bislang als Königstransfer.
Noch nicht auf dem Platz in Weinböhla stand Kenneth Schmidt. Der Innenverteidiger wechselte von Fortuna Düsseldorf nach Dresden, befindet sich nach einem Kreuzbandriss im linken Knie aber noch im Aufbautraining. Gonther rechnet erst zur Wintervorbereitung mit seiner Rückkehr: „Wir geben ihm da die Zeit. Ohne die Verletzung wäre Kenneth nicht unsere Kragenweite gewesen." Wann er auf dem Platz steht, ist offen. Lars Bünning fehlte ebenfalls. Der Innenverteidiger befindet sich nach seiner Hirnblutung weiter in der Reha.
Robert Wagner: Die feste Verpflichtung des Mittelfeldspielers gilt bislang als Königstransfer.
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Kader ist noch nicht komplett
Während das Gerüst der neuen SGD-Mannschaft steht, laufen die Kaderplanungen weiter. Zwei Innenverteidiger sollen noch kommen, dazu eine Verstärkung auf den Flügeln. Mit Muhamedbegovic und Youngster Friedrich Müller stehen derzeit lediglich zwei nominelle Innenverteidiger zur Verfügung. „Wir brauchen in der Hinrunde vier Innenverteidiger", stellt Gonther klar. Er hofft weiter auf die Rückkehr der Leihspieler Thomas Keller und Ben Bobzien. Gonther gibt sich entspannt: „Erstmal ist kein Druck drauf. Wir haben immer Alternativen, es gibt für alle Sachen auch Plan B und C."
Zudem ist Eigengewächs Jonas Oehmichen zurück. Der 22-Jährige war zuletzt an Alemannia Aachen ausgeliehen und sorgte dort mit zwei Treffern und sechs Vorlagen in der Rückrunde der 3. Liga für Furore. Gonther macht deutlich, was er von ihm erwartet: „Jonas kommt mit einem guten Selbstvertrauen und einem guten Selbstbewusstsein wieder hierhin. Wir setzen voll darauf, dass er sein Potenzial abruft und sich in der 2. Liga durchsetzt.“
Als Blaupause für diese Art von Leihe gilt Tony Menzel. Der 21-Jährige geht für eine Saison zum Drittligisten Rot-Weiss Essen, um Spielpraxis zu sammeln. Gonther: „Tony hat seine Rolle fantastisch angenommen. Aber wir brauchen nicht darüber zu diskutieren, dass die Spielzeit nicht die war, die er sich gewünscht hat.“
Torhüter Daniel Mesenhöler verlängerte derweil seinen auslaufenden Vertrag bei der SGD. Damit stehen jetzt vier Keeper im Kader: Tim Schreiber, Lennart Grill, Elias Bethge und Mesenhöler. Einer wird bis zum Saisonstart wohl noch gehen. „Wir gucken uns erst mal an, wie die Situation am Ende des Tages ist“, so Gonther.
Verabschiedet haben sich stattdessen die Aufstiegshelden Claudio Kammerknecht (Waldhof Mannheim) und Vinko Sapina (FC Ingolstadt). Dazu wird auch Paul Lehmann nicht mehr in Dresden kicken. Der 21-Jährige wechselt fest zum Drittligisten SC Verl, an den er in der vergangenen Saison bereits ausgeliehen war.
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Hauptmann übernimmt Verantwortung
Sechs Wochen Vorbereitung bleiben der SGD bis zum ersten Spiel in der 2. Bundesliga. Aus vielen neuen Gesichtern muss bis dahin eine Mannschaft werden. Niklas Hauptmann, der am Samstag seinen 30. Geburtstag feierte, wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Nach dem Karriereende von Stefan Kutschke dürfte die Kapitänsbinde an ihn gehen. Hauptmann selbst sagt: „Mit Stefan fehlt natürlich jetzt einer in der Kabine. Da stehst du quasi noch mehr in der Pflicht, damit dieses Dynamo-Gefühl entsteht.“ Eine direkte Ernennung zum Kapitän gibt es von Stamm noch nicht. Aber die Richtung ist klar.
Bei der Präsentation des neuen Heimtrikots war Hauptmann direkt eingebunden. Das Design greift das legendäre Dress aus der ersten gesamtdeutschen Bundesliga-Saison vor 35 Jahren auf. Heiko Scholz, René Müller und Andreas Wagenhaus präsentierten es gemeinsam mit Hauptmann, Friedrich Müller und Nachwuchsspieler Tim Grossmann. Hauptmann gefällt der neue gelbe Stoff: „Ich war direkt begeistert. Das letzte Heimtrikot war schon sehr, sehr schön. Aber mir gefällt das, was jetzt kommt, noch besser.“
Das Heimtrikot soll symptomatisch auch für die neue Zweitliga-Saison stehen. Sie soll eine bessere werden als die vorige. Die Voraussetzungen sind geschaffen.
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