Im ersten Halbjahr 2026 hat die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern erneut Hunderte E-Bike-Diebstähle registriert. Besonders die Ostseeinsel Usedom steht weiter im Fokus der Täter.
Insgesamt 365 Fälle von Diebstahl oder versuchtem Diebstahl von E-Bikes und Pedelecs verzeichnete das Landeskriminalamt (LKA) in Mecklenburg-Vorpommern zwischen Januar und Juni 2026. Die Schadenssumme beziffert die Behörde auf rund 1,1 Millionen Euro. Damit bewegt sich die Zahl der Taten auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahreszeitraum, als 364 Fälle mit einem Schaden von rund 1,2 Millionen Euro registriert wurden. Für das gesamte Jahr 2025 weist das LKA mehr als 780 Fälle und eine Schadenssumme von rund 2,4 Millionen Euro aus.
Schneller als ein Kleinwagen: Polizei stoppt E-Bike mit 116 km/h
Mehr tödliche Fahrradunfälle: Ältere E-Bike-Fahrer besonders gefährdet
Insel Usedom besonders betroffen
Der Landkreis Vorpommern-Greifswald sei weiterhin am stärksten betroffen, insbesondere die Insel Usedom, teilte das LKA mit. Mehr als jeder fünfte im ersten Halbjahr angezeigte Vorgang – 81 Fälle – hatte demnach Usedom als Tatort. Auf die Insel entfielen damit fast 30 Prozent des Gesamtschadens, mehr als 315.000 Euro.
Das zuständige Polizeipräsidium Neubrandenburg sprach von besonderen „Tatgelegenheitsstrukturen“. Dazu zählten die Nähe zur deutsch-polnischen Grenze sowie die zeitweise hohe Zahl an Touristen, die eigene E-Bikes mitbrächten oder ausliehen. Besonders häufig betroffen seien die Kaiserbäder. Zu Tathintergründen machte das Polizeipräsidium aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben.
Diebstahlserie am vergangenen Wochenende
Wie sehr die Insel im Visier der Täter steht, zeigt eine Diebstahlserie vom vergangenen Wochenende. Zwischen dem 10. und 12. Juli 2026 wurden nach Angaben der Polizei neun E-Bikes im Gesamtwert von rund 28.000 Euro gestohlen.
Die Räder verschwanden von Campingplätzen in Korswandt und Ückeritz, dem Gelände eines Ahlbecker Hotels, vor einem Wohnhaus in Karlshagen sowie an einem Strandaufgang in Zinnowitz. Diese Fälle sind in der Halbjahresstatistik noch nicht enthalten.
Spezialschlösser anbringen, Akku mitnehmen
Die Polizei und die Initiative K-Einbruch raten, sich nicht allein auf das Rahmenschloss zu verlassen. Empfohlen werden hochwertige Ketten-, Bügel- oder Faltschlösser aus gehärtetem Spezialstahl, mit denen Rahmen und Räder an einem fest verankerten Gegenstand gesichert werden.
Abnehmbare Akkus, Displays oder Bordcomputer sollten laut Polizei stets mitgenommen werden – ohne Akku sei ein E-Bike praktisch wertlos. Zusätzlich könnten eine Codierung, ein Fahrradpass oder ein versteckt angebrachter GPS-Tracker helfen, gestohlene Räder wiederzufinden.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]