In der Demokratischen Republik Kongo hat die Zahl der bestätigten Ebola-Fälle nach offiziellen Angaben die Schwelle von 1000 überschritten. Bis Sonntagabend seien 1003 Erkrankungen bestätigt worden, darunter 254 Todesfälle, teilte das kongolesische Gesundheitsministerium laut Reuters mit.
Noch am Samstag hatte die Regierung 956 bestätigte Fälle und 247 Todesopfer gemeldet, wie Reuters berichtet. Das Gesundheitsministerium teilte laut AP zudem mit, dass sich insgesamt 100 Personen bisher von der Krankheit erholt hätten. Viele Fälle seien in der Provinz Ituri aufgetreten.
Der Ausbruch wurde nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 15. Mai 2026 offiziell festgestellt. Es handelt sich demnach um den 17. Ebola-Ausbruch im Kongo seit der Entdeckung des Virus im Jahr 1976. Auslöser ist der Bundibugyo-Stamm, gegen den weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische Therapie verfügbar ist.
Krankenhausreform: Verband warnt vor Pleite jeder zweiten Klinik
Boliviens Parlament bestätigt Ausnahmezustand – Militär räumt Straßensperren
Behörden befürchten hohe Dunkelziffer
Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums könnte die tatsächliche Zahl der Infektionen noch deutlich höher liegen. Der Höhepunkt des Ausbruchs stehe noch bevor, hieß es laut der Nachrichtenagentur AP. Bei der Kontaktnachverfolgung erreichten die Behörden bislang lediglich eine Abdeckung von 55 Prozent. Mehr als 35.000 Kontaktpersonen infizierter Menschen müssten noch ermittelt werden. Auch der ursprüngliche Indexpatient sei bislang nicht identifiziert.
Die WHO hat den Ausbruch zur „gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite“ erklärt. Auch in Uganda sind nach Angaben der Organisation Fälle aufgetreten. Die Sterblichkeitsrate bei Ebola-Ausbrüchen liege im Durchschnitt bei rund 50 Prozent, in früheren Ausbrüchen habe sie zwischen 25 und 90 Prozent gelegen.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]