Ehemalige preußische Wehranlage soll weiter für kulturelle Zwecke genutzt werden

Der Bund schenkt dem Bezirk ein altes Fort

Lothar Münner
2 Min

Der Bund will das Fort Hahneberg dem Bezirk Spandau übertragen. Die ehemalige preußische Wehranlage an der Heerstraße soll weiterhin für kulturelle Zwecke genutzt werden. Außerdem plant das Bezirksamt, auf einem Teil des Geländes Schüler des Oberstufenzentrums (OSZ) Bautechnik unterzubringen. Bürgermeister Konrad Birkholz (CDU) rechnet mit jährlichen Unterhaltungskosten von 30 000 Mark.Die preußische Armee ließ das Fort von 1882 bis 1886 für 1,8 Millionen Goldmark zur Verteidigung der Zitadelle und der Rüstungsindustrie in Spandau errichten. 28 Millionen Klinkersteine wurden für den Bau der 55 200 Quadratmeter großen Wehranlage entlang der Heerstraße verwendet. Seit 1903 diente das Fort als Kaserne. Zuerst zog die preußische Armee ein. Danach nutzten die Nationalsozialisten die Wehranlage als Kaserne.1948 wurde das Fort von sowjetischen Truppen teilweise gesprengt. Die Nationale Volksarmee der DDR nutzte die Militärgebäude bis 1989 als Lager.1990 übernahm der Bund die Anlage. Die "Arbeits- und Schutzgemeinschaft Fort Hahneberg" kümmert sich seit 1993 um die Pflege der größtenteils zerstörten Gebäude. Die 43 ehrenamtlichen Mitglieder des gemeinnützigen Vereins kümmern sich seitdem nicht nur um die Pflege der denkmalgeschützten Wehranlage. Sie organisieren auch Volksfeste, Ausstellungen und Führungen. "Daran soll sich in Zukunft nichts ändern", sagt Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz (CDU).Die Schutzgemeinschaft hat nach Aussage des Vereins mit dem Bundesvermögensamt einen Vertrag bis zum 31. Dezember 1999 über die Nutzung des Forts abgeschlossen.Um so wenig Geld wie möglich für den Aufbau der größtenteils zerstörten Militärgebäude auszugeben, hat Bildungsstadtrat Gerhard Hanke (CDU) vorgeschlagen, daß die Schüler des Oberstufenzentrums Bautechnik, die in ehemaligen Baracken für Soldaten untergebracht werden sollen, im Rahmen ihrer Ausbildung die ehemalige Wehranlage restaurieren könnten. Das Spandauer Bezirksamt will sowohl mit der Schutzgemeinschaft als auch mit dem Oberstufenzentrum langfristige Nutzungsverträge abschließen.Die Senatsfinanzverwaltung hatte bisher eine Übernahme des Forts wegen der schlechten Haushaltslage des Landes Berlin abgelehnt. Inzwischen hat die von Senatorin Annette Fugmann-Heesig (SPD) geleitete Behörde ihre Meinung geändert. "Wenn der Bezirk Spandau selbst für die Unterhaltungskosten aufkommt, haben wir nichts gegen eine Übertragung", sagt eine Sprecherin der Senatsfinanzverwaltung auf Anfrage der "Berliner Zeitung". Wann der Bezirk das Fort Hahneberg übertragen bekommt, steht noch nicht fest.

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