Der Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat mehrere Sportstätten wegen eines starken Befalls mit dem Eichenprozessionsspinner bis zum 18. Juni geschlossen. Das teilte das zuständige Sportamt am Mittwoch mit. Betroffen sind nach Angaben des Bezirksamts unter anderem die Wally-Wittmann-Sportanlage, die Hans-Rosenthal-Sportanlage, die Julius-Hirsch-Sportanlage, die Tennisplätze in der Harbigstraße sowie das Mommsenstadion mit der angrenzenden Rollsportfläche. Im Mommsenstadion spielt der Fußballverein Tennis Borussia Berlin, für die Herrenmannschaft endete die Saison in der Oberliga aber am 30. Mai.
Die Sportanlage Jungfernheide ist laut Mitteilung bereits seit dem 29. Mai gesperrt und soll voraussichtlich bis zum 14. Juni geschlossen bleiben. Das Sportamt stehe in engem Austausch mit den betroffenen Vereinen, hieß es.
Winzige Härchen, große Wirkung: Wie gefährlich sind Eichenprozessionsspinner?
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Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg warnt vor Gesundheitsgefahr
Probleme mit dem gesundheitsschädlichen Eichenprozessionsspinner sind im Berliner Frühsommer nichts Neues und sorgten bereits in den vergangenen Jahren teilweise für Schließungen von Einrichtungen im Freien. Auch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg meldete bereits am Dienstag ein vermehrtes Auftreten der Raupen im gesamten Stadtgebiet. Wegen des aktuell sehr hohen Aufkommens an Nestern und einer Vielzahl von Meldungen müssten die eingehenden Hinweise priorisiert werden, teilte das Bezirksamt mit. Nicht alle Nester könnten zeitnah entfernt werden.
Die Raupen entwickeln nach Angaben des Bezirks ab dem dritten Larvenstadium im Juni sogenannte Brennhaare. Diese enthielten ein Gift, das bei Kontakt entzündliche Reaktionen an Haut und Schleimhäuten bei Menschen und Tieren auslösen könne. Juckreiz auf der Haut ist eine mögliche Folge, doch es geht schlimmer: Möglich seien laut Bezirksamt Hautreizungen, Entzündungen der Augen, Reizungen der Atemwege bis hin zu Atemnot oder einem allergischen Schock sowie grippeähnliche Symptome. Bei Beschwerden solle ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Senatsverwaltung verweist auf Klimawandel
Der Eichenprozessionsspinner ist nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit ein in Mitteleuropa heimischer Nachtfalter, dessen Raupen sich von Eichenblättern ernähren. Der wärmeliebende Falter profitiere vom menschengemachten Klimawandel, da mildere Winter seine Verbreitung begünstigten. Mit dem hohen Eichenbestand in Parks und entlang der Straßen seien die Bedingungen in Berlin für die Art ideal.
Die Senatsverwaltung rät, befallene Gebiete von Mitte Mai bis Ende Juli möglichst nicht zu betreten und weder Raupen noch Gespinste zu berühren. Nester sollten auch im privaten Garten nicht eigenhändig entfernt, sondern durch Spezialfirmen beseitigt werden.
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