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Wir kämpfen nach unseren Regeln: Pete Hegseth auf dem Weg ins Pentagon

Die USA legen die Glacé-Handschuhe ab: Der Job der US-Armee ist das Töten. Die Genfer Konvention ist überholt. Für allfällige Verfehlungen ist Jesus zuständig.

Michael Maier
5 Min
Pete Hegseth (M), der von dem designierten US-Präsidenten Trump zum Verteidigungsminister gewählt wurde, kommt zu seiner Bestätigungsanhörung vor den Streitkräfteausschuss des Senats im Kapitol.

Pete Hegseth (M), der von dem designierten US-Präsidenten Trump zum Verteidigungsminister gewählt wurde, kommt zu seiner Bestätigungsanhörung vor den Streitkräfteausschuss des Senats im Kapitol.

© AP

Wenige Tage vor seiner Amtseinführung zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika dürfte Donald Trump einen ersten wichtigen Erfolg in seiner Personalpolitik verbucht haben. In der Anhörung vor dem Militärausschuss im Senat konnte der designierte Verteidigungsminister Pete Hegseth die Republikaner offenbar überzeugen. Der frühere Moderator von Fox News sagte, unter seiner Führung würden die US-Streitkräfte alles unternehmen, um der „America first“-Agenda des Präsidenten zum Durchbruch zu verhelfen. Hegseth antwortete auf die kritischen Fragen der Demokraten meist stereotyp und gleichlautend. Er vermied Festlegungen, doch auch seien Nicht-Antworten waren vielsagend. Die Genfer Konvention ist für Hegseth ein Übereinkommen aus Zeiten, in denen Kriege anders geführt worden seien. Heute müsse die US-Armee auf „hybride“ Kriegsführungen reagieren, weil sich viele der Feinde Amerikas eben nicht an die internationalen Regeln hielten. Hegseth nannte das aus dem Nahen Osten stammende Beispiel der Praxis von „menschlichen Schutzschilden“: Militärische Einrichtungen würden bewusst, wie es von der Hisbollah und der Hamas bekannt ist, in Wohnvierteln angesiedelt. Die kämpfende Truppe müsse im Kampf entscheiden, welche Maßnahmen zum Sieg über den Feind am besten geeignet seien, die Bürokraten in den „klimatisierten Büros in Washington“ seien dazu nicht in der Lage. Hegseth machte klar, dass sich die US-Regierung an Regeln nicht halten würden, die von internationalen Organisationen aufgestellt würden. Er wollte sich auch nicht festlegen, ob Folter – wie etwa „waterboarding“ für ihn eine zulässige Verhörmethode sei. Hegseth machte klar, dass es die einzige Aufgabe der US-Armee sei, zu töten. Er sagte, es gäbe keinen Rassismus unter den US-Soldaten. Hegseth gab zu verstehen, dass die Armee jeden Befehl ihres Oberbefehlshabers Donald Trump befolgen werden. Er sagte zwar, dass alle wichtigen Entscheidungen auf der politischen Ebene und nicht von den Soldaten getroffen würde, ließ jedoch durchblicken, dass man Trump auch bei Militärinvasionen gegen Grönland und Panama keinen Widerstand entgegenbringen werde. Hegseth nannte China als die größte Gefahr und sparte Russland weitgehend aus – was aber nicht bedeuten muss, dass die Trump-Administration Russland-freundlich agieren wird. So sagte Hegseth, man werde die Aufrüstung Alaskas vorantreiben, um dem maritimen Treiben von Russland und China Einhalt zu gebieten.

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