Wiederentdeckung

Ein Schicksalsbuch: „Moskau – Die Grenze“ von Jiří Weil

Der Traum vom Kommunismus wird vielen Emigranten in der Sowjetunion ausgetrieben. Jiří Weil schrieb 1937 diesen Roman aus dem Auge des Sturms. Die Kritik.

Cornelia Geißler
Cornelia Geißler
6 Min
Moskauer Stadtzentrum um 1930: Hier wird Geschichte geschrieben.

Moskauer Stadtzentrum um 1930: Hier wird Geschichte geschrieben.

© Mikhail Ozerskiy/imago

Menschen haben Schicksale. Im Roman „Moskau – Die Grenze“ erzählt Jiří Weil davon, wie Männer und Frauen Anfang der 1930er-Jahre in der Hauptstadt des damals einzigen sozialistischen Landes der Erde ihre Träume verwirklichen wollen, wie ihnen dies gelingt oder wie sie daran zerbrechen.

Ri, eine junge Pragerin, reist ihrem Mann, einem Ingenieur, hinterher. Er führt sie in die Gesellschaft der Emigranten und Aufbauhelfer ein, auch ins Hotel Metropol, „das Reservat von Ausländern“. Sie bändelt mit dem tschechischen Journalisten Jan Fischer an, der in einem Übersetzungsbüro arbeitet und Agitationszirkel anleitet. Diese beiden zentralen Figuren werden sich auf entgegengesetzte Weise entwickeln.

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