OTTAWA. In New York erhielt Louis Palmer einen Anruf von den Vereinten Nationen: Er solle am UN-Gebäude einen Passagier aufnehmen. Es war, wie sich herausstellte, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon persönlich, der in das Solartaxi des Schweizers stieg und nach einer kleinen Stadtrundfahrt das Dach des ungewöhnlichen Gefährts mit seiner Unterschrift versah.Seit 15 Monaten ist Palmer, der 36-jährige Lehrer aus Luzern, der sich eine Auszeit vom Schuldienst gegönnt hat, mit seinem Solartaxi unterwegs. Gerade hat er die kanadische Hauptstadt Ottawa erreicht, wo er mit seinem blauen, etwa neun Meter langen Wagen inklusive Anhänger mit Solarzellen und Batterien an der Universität vorfuhr und sein Projekt vorstellte: erstmals mit einem Solarauto die Welt zu umrunden. "Wir wollen zeigen, dass es Möglichkeiten gibt, von fossilen Energiequellen wie Erdöl unabhängig zu werden", sagt Palmer.Mit Studenten von vier Schweizer Universitäten hat er sein Solartaxi entwickelt und gebaut. Am 3. Juli 2007 startete er seine Mission, die ihn durch fünf Kontinente und mehr als 40 Länder führt: über Berlin zunächst nach Wien und weiter durch Südosteuropa, dann nach Saudi-Arabien, Indien, Australien und Korea. Von dort setzte er mit dem Schiff nach Vancouver über, fuhr durch die Rocky Mountains, erreichte Washington und New York. Von Ottawa wird er nach Montreal fahren, sein Auto dort auf ein Schiff nach Barcelona verladen. Am 18. Dezember hofft er wieder zu Hause zu sein.Nur zwei Tage mussten Palmer und seine Crew - er wird von zwei Technikern und einem Kameramann begleitet - wegen technischer Probleme pausieren. Überall werde er freundlich aufgenommen, berichtet er, selbst das Ölland Saudi-Arabien habe problemlos Visa erteilt. Und bei der Einfahrt in Ottawa hat die Polizei auf einen Strafzettel in Höhe von 110 Dollar verzichtet, obwohl er die vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit auf der Schnellstraße unterschritten hatte.Mit vollständig geladenen Batterien kommt das Gefährt 300 Kilometer weit. Solartaxi nennt Palmer das Fahrzeug, weil er gerne Passagiere mitnimmt, die seine Botschaft weitertragen sollen. Rund 1 000 Fahrgäste hatte er bisher. Und sie waren so angetan wie der Uno-Generalsekretär, der von einer "fantastischen Erfahrung" sprach.------------------------------Foto: Ein bisschen sperrig ist das neun Meter lange Solartaxi schon, aber dafür sehr ökologisch.
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