Nicht die Station verpassen. Schnell umsteigen. Hoffentlich nichts liegen lassen. So geht es auch Bhikkhuni Sanghamitta, einer internationalen Künstlerin an jenem Tag Anfang August. Sie lebt seit 30 Jahren in Berlin, fährt oft mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Doch an diesem Tag wollte sie nach dem Aussteigen aus der Straßenbahn das komische Gefühl nicht loslassen, dass etwas fehlt. Zu Hause angekommen fällt ihr auf: Sechs Kunstwerke, die sie für eine Ausstellung in den Vereinigten Staaten produziert hatte, waren nicht mehr da.
Am Montag, dem 7. August war die Künstlerin, die zudem eine buddhistische Nonne ist, um etwa 20 Uhr auf dem Weg vom S-Bahnhof Zepernick auf dem Weg nach Weißensee. Zu Hause wollte sie Kunstwerke, die in einer monatelangen Meditation entstanden waren, genauer inspizieren. Sie hatte ihre Gemälde jedoch nicht mehr bei sich. Auf der Strecke mit der S-Bahn von Zepernick zur Bornholmer Straße oder in der M13 zwischen Bornholmer Straße und Antonplatz muss sie die Bilder verloren haben. Die sechs Kunstwerke waren auf Leinwände des Formats 60 mal 80 Zentimeter gemalt und auf der Rückseite in roter Schrift signiert worden.
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Schlüssel verloren: Was man im Berliner Fundbüro erleben kann
Die Bilder waren zusammengerollt und mit einer roten Seidenschlaufe umwickelt worden. Sie meinte, sie könne sich vorstellen, dass sie in der Straßenbahn neben dem Fenster standen. Die letzten Wochen fühlten sich für sie an, als wäre sie „in der Hölle“. Es sei, als fehlten sechs ihrer Kinder und damit ein Teil ihrer Seele. Die Künstlerin, deren Kunst in 180 Ländern der Welt ausgestellt worden ist, sagt: „Ich arbeite für die Menschen.“ Geld von ihrer Kunst spendet sie an Tempel auf der ganzen Welt. In letzter Zeit sei jedoch Tag und Nacht ihr einziger Gedanke: „Wo sind meine Bilder?“
So muss die Rolle ausgesehen haben, die sie am 7. August verloren hat.
© privat
Das Fundbüro der BVG konnte der Künstlerin bisher nicht weiterhelfen, trotzdem müsse es laut Pressesprecher Jannes Schwentu bei Verlusten im ÖPNV „die erste Adresse“ sein. Man könne die Online-Suchfunktion nutzen oder vor Ort in der Warschauer Straße das gemeinsame Büro von BVG und S-Bahn besuchen. Da das Fahrtpersonal meist die Fundsachen am Ende seiner Fahrten in den Betriebshöfen sammele, bevor es zum Fundbüro geschickt werde, lohne es sich oft, nach einigen Tagen wieder das Fundbüro zu besuchen. Mehr als sechs Wochen bleibe nach Schwentu allerdings nichts im Fundbüro.
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