Der kriminelle Wochenrückblick

Ein Tritt ins Gesicht in Kreuzberg und verletzte Ehre in Neukölln

In der zurückliegenden Woche ging es auf den Berliner Straßen wieder brutal zu. Unser Crime-Reporter Andreas Kopietz zieht wie immer seine eigene Bilanz.

3 Min
Ein Großaufgebot der Polizei wurde in der Nacht zu Donnerstag in die Reuterstraße in Neukölln gerufen. Dort fühlte sich offenbar jemand in seiner Ehre verletzt.

Ein Großaufgebot der Polizei wurde in der Nacht zu Donnerstag in die Reuterstraße in Neukölln gerufen. Dort fühlte sich offenbar jemand in seiner Ehre verletzt.

© Morris Pudwell

In Kreuzberg kann es passieren, dass man einfach so zusammengetreten wird. So erging es einem 48-jährigen Mann. Er stand am Samstagabend in der Wiener Straße vor einem Spätkauf, als sich ihm drei Männer näherten. Plötzlich sprang einer von ihnen in die Luft und trat ihm ins Gesicht. Der Mann fiel zu Boden, schlug mit dem Kopf auf dem Gehweg auf und begann aus dem Mund zu bluten. Umstehende leisteten Erste Hilfe und stoppten eine zufällig vorbeifahrende Polizeistreife. Der Täter und seine beiden Begleiter flüchteten.

Jeden Tag werden in Berlin ältere Menschen Opfer von Trickdieben, wie zum Beispiel am Montagnachmittag in Hellersdorf. Bei einer 88-jährigen Frau hatten sich Kriminelle telefonisch als Handwerker angekündigt und vorgegeben, die Wasserleitung überprüfen zu wollen. Die Rentnerin ließ die Frau und den Mann in die Wohnung. In der Küche folgte sie den Anweisungen der Frau, den Wasserhahn zu betätigen. Während diese so tat, als schraube sie am Waschbecken herum, stahl der Komplize im Wohnzimmer Geld und Goldschmuck. Den Diebstahl bemerkte die Frau erst, als die beiden weg waren.

Man könnte fast glauben, dass schlechte Zeiten für Autoknacker angebrochen sind. In Karolinenhof sorgte ein Anwohner in der Nacht zum Mittwoch für die Festnahme von vier Autodieben. Der 65-Jährige beobachtete in der Rohrwallallee zwei Männer, wie sie erfolglos versuchten, einen Transporter zu starten. Er rief die Polizei, derweil stiegen die Diebe in ein Auto, in dem zwei weitere Komplizen saßen. Die vier flüchteten in Richtung Adlergestell. Doch da kam ihnen schon ein Streifenwagen entgegen. Die Diebe wurden festgenommen, der Fluchtwagen samt Einbruchswerkzeug sichergestellt. Auch in Französisch Buchholz wurde ein Autodiebstahl verhindert. Anwohner beobachteten in der Nacht zum Donnerstag zwei Männer, die versuchten, ein Auto zu stehlen. Polizisten nahmen sie fest.

In derselben Nacht gab es in Neukölln eine Massenschlägerei. In der Reuterstraße gingen zwei Gruppen mit Schwertern, Macheten und Messern aufeinander los. Der Grund war angeblich „verletzte Ehre“. Als die Polizei kam, waren die meisten Kontrahenten verschwunden – bis auf einen, der festgenommen wurde.

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