Essay

Eine Ehrenrettung der deutschen Wirtschafts- und Migrationspolitik: „Nicht alles wird schlechter“

Die Katastrophenmeldungen häufen sich. Unser Gastautor kann das nicht nachvollziehen. Viele Statistiken sehen besser aus als aktuelle Berichte. Ein Debattenbeitrag.

Klaus Bachmann
Klaus Bachmann
13 Min
Die deutsche Wirtschaft hat durchaus Probleme. Aber viele Unternehmen machen immer noch Gewinne, wie etwa VW.

Die deutsche Wirtschaft hat durchaus Probleme. Aber viele Unternehmen machen immer noch Gewinne, wie etwa VW.

© Christian Charisius/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

Das Untergangsszenario ist einfach, einleuchtend und deprimierend: Eine inkompetente Ampel-Regierung hat das Land drei Jahre lang durch Dirigismus und internen Streit an die Wand gefahren, jetzt kommt die Rechnung: die Insolvenzen nehmen zu, Arbeitslosigkeit, Inflation und Lebensmittelpreise steigen, die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer, die Kriminalität explodiert genauso wie die Einwanderung und die großen Industriebetriebe, jene Exportweltmeister, auf die die Deutschen so lange so stolz waren, kündigen Massenentlassungen an. „Die VW-Krise steht für den Niedergang des ganzen Landes“, behauptet Cicero, Merkur sieht „deutsche Hersteller vor dem Untergang“. Die „Schwäbische“ titelt gar vom „leisen Untergang der deutschen Industrie“ und behauptet: „Während große Insolvenzen die Schlagzeilen beherrschen, sterben fast 90 Prozent der Firmen nahezu unbemerkt. Was geht da vor sich?“

Die Frage ist leicht zu beantworten, aber die Antwort wird dieser Tage kaum jemand glauben: Nichts davon ist wahr, obwohl alle davon überzeugt sind, dass es wahr ist. Kann das sein? Und wenn ja – wie ist es dann möglich, dass ein Land grundlos in kollektiver Depression versinkt? Und welche Folgen hat das?

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