Als Geste der Verständigung und der Freundschaft sechzig Jahre nach Kriegsende wird die Stiftung Preußischer Kulturbesitz dem Peterhof in St. Petersburg eine originalgetreue Kopie des "Betenden Knaben von Sanssouci", einer ihrer bekanntesten antiken Plastiken, übergeben. "Das Geschenk unterstreicht die positive Entwicklung im Verhältnis von Deutschland und Russland", sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann, zum Abschluss des "Petersburger Dialogs", der bis Wochenende in Hamburg stattfand. Die regelmäßigen Treffen des Forums greifen seit Jahren die reichen kulturellen Beziehungen auf, "von denen die Geschichte der beiden Länder Zeugnis ablege", so Lehmann, der eine Sektion dieses Kultur-Gremiums leitet.Die Belagerung Leningrads - heute St. Petersburg - von 1941 bis 1944 steht real und symbolisch für die schrecklichen Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. Während Leningrad mit hohen Verlusten widerstand, wurde der Peterhof von der Deutschen Wehrmacht zerstört. Nach dem Krieg wurde er wieder aufgebaut. Eine wichtige Fehlstelle wird mit der Schenkung der Skulptur wieder ausgefüllt.Nicht zum ersten Mal wird eine Kopie des "Betenden Knaben" im Peterhof zu sehen sein: Bereits im 19. Jahrhundert ließ Charlotte von Preußen, die mit dem russischen Zaren Nikolaus I. Pawlowitsch verheiratet war und ihren Lieblingsbruder, König Friedrich Wilhelm IV., in Berlin und Potsdam oft besuchte, einen Abguss der Berliner Plastik anfertigen. Er schmückte bis zu seinem Verlust im Zweiten Weltkrieg den so genannten Zarenpavillion des Peterhofs. Das hellenistische Original stand damals im Berliner Stadtschloss, wohin es von Sanssouci aus verbracht worden war. Um 300 v. Ch. in der Tradition des griechischen Bildhauers Lysipp geschaffen, hatte das hellenistische Bildwerk bereits bei seiner Auffindung große Bewunderung hervorgerufen. (BLZ)
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