Wiederkehr

Eine Galerie-Legende des Berliner Ostens ist zurück

Endlich! Die Prater-Galerie in Prenzlauer Berg eröffnet wieder mit „Courage: Schwestern im Geiste“.

3 Min
Ab 3. September offen: Der Eingang zur alten neuen Prater-Galerie

Ab 3. September offen: Der Eingang zur alten neuen Prater-Galerie

© Aleksandra Kononchenko

Über sieben Jahre lang war die kommunale Prater-Galerie des Stadtbezirkes Berlin-Pankow nun auf Wanderschaft. Irgendwie noch heimatlos, mal als Gast in anderen Galerien, meist mit der Kunst nur digital zu orten.

Während das legendäre Prater-Areal an der Kastanienallee mit dem Restaurant und dem Biergarten längst wieder offen und gut besucht ist, verharrte das ebenso (in der DDR-Zeit legendäre) Haus für aktuelle Kunst im Sanierungsschlaf.

Genauso wie der schon lange zurückersehnte Prater-Nebenspielort des Theaters der Volksbühne im Gelände. Dessen Eröffnung ist nun für Oktober angekündigt. Nun, das kennt man ja: Das Bauen in Berlin dauert immer etwas länger.

In der Wiedereröffnungsausstellung: Gundula Schulze Eldowys Porträt „Kristin Leisenberg“, aus der Serie „Zeit an Zeit“, 1982, ifa (DDR)-Kunstsammlung Stuttgart

In der Wiedereröffnungsausstellung: Gundula Schulze Eldowys Porträt „Kristin Leisenberg“, aus der Serie „Zeit an Zeit“, 1982, ifa (DDR)-Kunstsammlung Stuttgart

© Gundula Schulze-Eldowy/ifa; VG Bildkunst, Bonn 2026

Nun heißt es: Zurück in die Zukunft! Endlich ist die Warterei vorbei. Der empfindlich fehlende, 1967 gegründete kommunale Kunst-Ort, aus dem Stand ein Magnet für die junge Szene von Ost-Berlin wegen seines Rufes als Freiraum, öffnet wieder.

Mit reichlich Platz für aktuelle Kunst live: „Courage: Schwestern im Geiste“ bringt Werke von Künstlerinnen aus unseren östlichen Nachbarländern, etwa der berühmten Tschechin Magdalena Jetelová, der Georgierin Natalia Vatsadze, der Ukrainerin Yevgenia Belorusets, Fotografin wie Gundula Schulze Eldowy, und der Malerinnen Eva Vent und Christa Jeitner aus dem Berliner Osten zusammen.

So unterschiedlich die Stile, so poetisch, energetisch, humorvoll und gesellschaftskritisch, vor allem selbstbewusst, ist die Bildsprache.

Mit Blick zu den östlichen Nachbarn

Die Ausstellung „Prater Digital“ bleibt als experimentelle Plattform bestehen. Man will Reichweite für kulturelle Bildung mit Blick sowohl auf die Kunstgeschichte Ost-Berlins als auch auf aktuelle internationale Kunst. Vornehmlich aus Osteuropa. Und betont weiblich, was diese erste Ausstellung, die das Wort „Courage“ im Titel trägt, ja signalisiert.

Magdalena Jetelová bei ihrer Kunstaktion „The continuation of endgame“, Prag, 1998

Magdalena Jetelová bei ihrer Kunstaktion „The continuation of endgame“, Prag, 1998

© ifa Kunstsammlung/Magdalena Jetelova/Michael Lapuks

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Die Prater-Galerie war Kult im Osten der Stadt. 1967 vom Künstler Skip Pahler gegründet, zu den Jugendweltfestspielen 1973 vom Maler Wolfgang Leber und später vom Kunsthistoriker Joachim Pohl als die wohl erste „artists self-run gallery“ in kommunaler Trägerschaft betrieben, war sie Szene-Treff und wurde 1990 unter der Galeristin Gabriele Ivan zum weltoffenen Spielort der freien Kunst.

Nun ist Galerieleiterin Lena Prents am Zug. Wir wünschen ihr viel Erfolg und Freude!

Courage: Schwestern im Geiste. Prater-Galerie, Kastanienallee 7–9, Wiedereröffnung am 3. September ab 18 Uhr. Die Schau ist Teil der ifa-Reihe „Publik Machen“. Bis 3. Januar 2027

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