Ich kann es heute fast selbst nicht mehr glauben, aber es gab eine Zeit, in der ich Jürgen Klopp unfassbar cool fand! Anfang der 2000er-Jahre machte ihn der FSV Mainz 05 quasi über Nacht vom Spieler zum Trainer. Vor meinem inneren Auge sehe ich noch die Bilder: Kloppo im alten Bruchwegstadion bei den Fans auf dem Zaun, Kloppo im Jubel über den Platz spurtend. Dabei sah er mit seinen zerzausten blonden Haaren und der Harry-Potter-Gedächtnisbrille immer aus, wie ein Student, der sich vom nahe gelegenen Uni-Campus in ein Fußballstadion verirrt hatte.
Und schließlich Kloppo weinend vor dem Staatstheater, als er seinen Abschied verkündete. „Alles, was ich bin, alles, was ich kann, habt ihr mich werden lassen“, entgegnete er den Fans unter Tränen. Das war alles so uneitel, so echt – liegt mittlerweile aber auch leider fast 20 Jahre zurück.
Meinung
Eine Kunstfigur als Bundestrainer: Kloppo ist schon lang nicht mehr cool
Jürgen Klopp wird neuer Trainer der Nationalmannschaft. Aus sportlicher Sicht dürfte das eine Bereicherung sein – menschlich eher nicht.
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Bei der zurückliegenden WM analysierte Jürgen Klopp nicht nur die Spiele des DFB-Teams bei Magenta TV.
© Jöran Steinsiek/Imago
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