Die Polizei hat am Mittwoch weiter in Berlin nach der seit zwei Wochen vermissten zwölfjährigen Ulrike Brandt gesucht. Nach einem anonymen Hinweis fuhren Polizisten am Nachmittag zum Treptower Park. Dort vermuteten sie in der Nähe des Karpfenteichs einen Gegenstand, der im Zusammenhang mit dem Verschwinden des Mädchens aus Eberswalde stehen sollte. Der Verdacht bestätigte sich nicht.Tags zuvor hatten 550 Beamten zwei Kleingartenkolonien an der Bornholmer Straße durchsucht. Sie fanden jedoch nichts, was darauf hindeutet, dass sich die vermisste Schülerin dort aufgehalten hat. Dennoch bezeichnete die Polizei den Zeugen, der das Mädchen dort gesehen haben will, am Mittwoch als glaubwürdig.Der 37-Jährige, der in der Nähe der Kleingartenanlage wohnt, hatte der Polizei am Dienstag mitgeteilt, er habe Ulrike vom Bahnsteig des S-Bahnhofs Bornholmer Straße aus gesehen - am Montagnachmittag und am Dienstagvormittag. Das Mädchen sei zusammen mit einem Mann auf einem Gartenweg in der Kolonie Bornholm 1 gegangen. "Er gab uns eine sehr detaillierte Beschreibung von dem Kind. Unter anderem erzählte er, dass ein Brillenglas des Mädchens einen Sprung hatte", sagte ein Beamter. Der Zeuge sei überzeugt gewesen, dass es sich um die zwölfjährige Schülerin gehandelt habe. Er habe mehrmals Fotos von Ulrike in der Zeitung gesehen. Am Bahnhof Bornholmer Straße hält die S-Bahn der Linie 4 aus Bernau. In dieser Stadt in der Nähe Berlins war der ausgebrannte weiße VW-Polo gefunden worden, in dem Ulrike vermutlich entführt worden ist.Anwohner und Inhaber der durchsuchten Lauben äußerten am Mittwoch Verständnis für die Polizeiaktion. "Dass ein paar Türen aufgebrochen und Zäune niedergetreten wurden, muss man in Kauf nehmen", sagte ein Laubenbesitzer. 240 Häuser stehen in den Anlagen. Die Türen zu 15 Lauben hatten die Polizisten aufgebrochen, weil es Anzeichen gab, dass sich Fremde darin aufgehalten haben könnten. Eine Sicherheitsfirma hat die Türen wieder provisorisch verschlossen. Die Kosten für die Reparaturen der Schlösser übernimmt nun die Polizei.Einige Kleingärtner hatten erst durch Zeitungs- und Fernsehmeldungen von der Durchsuchung erfahren und sahen sich am Mittwoch in ihren Anlagen um. Eine Polizeistreife und drei Beamte mit einem Hund waren am Vormittag unterwegs, um mit den Kleingärtnern zu sprechen. "Bis jetzt teilten uns die Laubenbesitzer mit, dass alles in Ordnung ist", sagte ein Beamter.Außer den Lauben waren am Dienstag auch Häuser in den angrenzenden Straßen durchsucht worden. Meldungen, nach denen auf dem Dachboden einer Grundschule Blutspuren entdeckt worden waren, bestätigte die Polizei am Mittwoch nicht.Außer in Treptow suchte die Polizei gestern vor allem in Brandenburg. In Berlin werde nur gezielt nach dem Mädchen gesucht, wenn es einen konkreten Hinweis auf seinen Aufenthaltsort gebe, sagte ein Beamter: "Wir geben die Hoffnung nicht auf, Ulrike lebend zu finden."(Brandenburg Seite 32)Ein Foto von Ulrike Brandt und eine genaue Personenbeschreibung stehen im Internet unterwww.vermisste-kinder.deBERLINER ZEITUNG/MIKE FRÖHLING Kleingärtnerin Ingeburg Posselt schaute gestern mit einem Beamten auf ihrem Grundstück nach dem Rechten.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]