Der Priester steht am Altar und bereitet die Kommunion vor. Hinter ihm kippt das große Holzkreuz von der Wand nach vorn und trifft ihn am Kopf.
Patricio Alfredo Sánchez Molinari starb am Samstagabend, 17. Oktober, in seiner eigenen Kirche in Guayaquil, der größten Stadt Ecuadors. Die Messe lief live auf Facebook.
Kruzifix stürzt auf Priester: Video verbreitet sich rasant
Die Szene beschreibt der US-Sender Fox News anhand der Aufnahmen aus der Kirche Nuestra Señora del Perpetuo Socorro. Bis Sonntag kursierte das Video in sozialen Netzwerken und Onlinemedien in ganz Lateinamerika.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP drückte das schwere Kreuz den Geistlichen gegen das Pult vor dem Altar. Laut dem österreichischen Portal heute.at lief der Gottesdienst zu diesem Zeitpunkt seit etwa 27 Minuten.
„Vater, Vater!“: Gläubige rufen nach einem Krankenwagen
Gläubige eilen nach vorn. „Vater, Vater! Rufen Sie einen Krankenwagen!“, ist der Agentur zufolge zu hören, dann bricht die Übertragung ab.
Retten konnten sie ihn nicht. Ob er noch in der Kirche oder auf dem Weg ins Krankenhaus starb, ist öffentlich nicht bekannt.
Letzte Predigt: Priester sprach Minuten vorher vom Tod
Wenige Minuten vor dem Unglück soll Sánchez Molinari in seiner Predigt gesagt haben: „Eines Tages werden alle, die wir hier sind, sterben.“ So gibt die kolumbianische Zeitung El Tiempo den Satz wieder.
Unabhängig überprüfen ließ sich der genaue Wortlaut bislang nicht.
Wer war Pfarrer Patricio Sánchez Molinari?
Der Geistliche stammte aus Cuenca im Süden Ecuadors und leitete die Gemeinde Perpetuo Socorro im Zentrum-Süden von Guayaquil, wie der ecuadorianische Sender Teleamazonas berichtet. Mehrere Medien geben sein Alter mit 53 Jahren an.
Er gehörte den Redemptoristen an, einem 1732 gegründeten katholischen Missionsorden. Zuvor war er laut der Tageszeitung El Comercio mehrere Jahre Pfarrer in Vinces in der Provinz Los Ríos.
Erzdiözese Guayaquil bestätigt den Tod
Die Erzdiözese Guayaquil bestätigte den Tod noch am Samstag. In der von Kardinal Luis Gerardo Cabrera Herrera unterzeichneten Mitteilung heißt es, der Pfarrer sei ins Haus des Vaters heimgekehrt.
Familie und Freunden sprach das Erzbistum Solidarität und Anteilnahme aus. Zur Ursache des Unglücks äußerte es sich nicht.
Aufgebahrt wurde Sánchez Molinari in der Kirche, in der er gestorben war. Dort nahm die Gemeinde Abschied von ihrem Pfarrer.
Kreuzsturz in Guayaquil: Ursache weiter ungeklärt
Warum sich das Kruzifix löste, ist offen. Es gibt weder eine offizielle Erklärung noch Angaben dazu, ob Behörden ermitteln.
Wie das Kreuz an der Wand befestigt war und wann jemand die Halterung zuletzt geprüft hat, hat bislang niemand öffentlich beantwortet. Genau daran wird sich die Aufarbeitung messen lassen müssen.
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