In Frankfurt hat am vergangenen Samstag, dem 19. September, die „Trauerwache Deutschland“ mit anschließendem Trauermarsch stattgefunden. Zwei Personen fotografierten dabei Teilnehmer der Veranstaltung und veröffentlichten die Aufnahmen anschließend im Internet. Einer der Fotografen soll Tim Dreyer gewesen sein, Politiker der Linken und Direktkandidat seiner Partei in Hessen.
In den sozialen Medien ist darüber nun eine Diskussion ausgebrochen. Nach der Veröffentlichung der Bilder äußert sich ein X-Nutzer und schreibt: „Die Fotos der Teilnehmer sind mittlerweile online abrufbar. Die Trauerveranstaltung wurde dort als rassistische Demo bezeichnet. Die Fotografen solcher linken Redaktionsnetzwerke wollen damit nur eines erreichen: die soziale Verächtlichmachung der Teilnehmer dieser Gedenkveranstaltung.“ Für den Nutzer scheint klar, dass es den beiden Fotografen um die gezielte Einschüchterung der Teilnehmer ging.
Gedenken an die Opfer von Gewalttaten
Die „Trauerwache Deutschland“ versteht sich nach eigenen Angaben als öffentliche Gedenkveranstaltung. Sie soll „an Menschen erinnern, die seit 2015 durch Gewalttaten ums Leben gekommen sind – insbesondere infolge von Attentaten, Anschlägen oder schweren Gewalttaten im Zusammenhang mit Schutzsuchenden“. Im Mittelpunkt sollen die Opfer und ihre Angehörigen stehen.
Ein bekanntes Gesicht der Initiative ist Michael Kyrath. Er verlor im Januar 2023 seine damals 17-jährige Tochter Ann-Marie bei einer Messerattacke in einem Regionalzug bei Brokstedt. Auch ihr 19-jähriger Freund wurde bei dem Angriff getötet. Der Täter, der aus Palästina nach Deutschland gekommen war, wurde später wegen der Tat zu lebenslanger Haft verurteilt.
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Kritik an der Trauerwache
Linke Initiativen, wie das Dokunetzwerk Rhein-Main, das die Fotos veröffentlicht hatte, werfen den Organisatoren vor, Gewalttaten zu instrumentalisieren, um Stimmung gegen Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund zu erzeugen. Das Netzwerk verweist zudem auf die mutmaßliche Beteiligung verschiedener Akteure aus dem rechten politischen Spektrum.
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