Für ein Viertel aller 20 000 Haushalte der Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain (WBF) hat ein neues Multimedia-Zeitalter begonnen: Wer rund um Karl-Marx-Allee, Strausberger Platz, Koppen-, Kraut- und Singerstraße wohnt, kann seit einer Woche über ein neues TV-Kabel auch ins Internet gehen. Bislang liefen Internet-Verbindungen ausschließlich über Telefonkabel. Das neue, sogenannte Breitbandkabel ermöglicht nicht nur den Empfang Dutzender Fernseh- und Hörfunkprogramme. Zeitgleich kann damit bis zu hundertmal schneller im Internet gesurft werden als im Telefonnetz. Anbieter der neuen Technik ist die Berliner Kabelholding-Firma Tele Columbus, nach der Telekom der zweitgrößte Kabelnetzbetreiber Deutschlands. "Wir haben allein in der ersten Woche zwölf Mieter angeschlossen und verhandeln mit 50 weiteren Interessenten", sagt Firmensprecher Matthias Levy. Er ist nicht überrascht über das Interesse. Die Vorteile haben vor allem jene, die viel im Internet surfen. Für eine Monatspauschale von 79 Mark, ohne zusätzliche Telefonkosten, kann man rund um die Uhr online sein. 59 Mark kostet der Anschluß im Monat, dazu kommt eine Miete von 20 Mark für ein Modem, das halb so groß ist wie ein Videorecorder. Auch im Nachbarbezirk Kreuzberg ist Tele Columbus tätig: Die Breitbandkabel für rund 1 300 Mieter am Mehringplatz sind schon gelegt. WBF-Sprecherin Martina Kubisch verzeichnet bereits verstärkt Anrufe von Interessenten für die Wohnungen, für die das Breitbandkabel installiert wird. Auch bei der WBG Marzahn denkt man über ähnliche Projekte nach. Aus der WoGeHe Hellersdorf hieß es, die 23 000 Wohnungen seien zwar schon lange verkabelt, aber die Technik lasse sich ja problemlos nachrüsten.
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