In Begleitung von Bodyguards sind gestern die ehemaligen hochrangigen DDR-Funktionäre, Axel Hilpert und Hans-Otto Teschner, als Zeugen vor dem Potsdamer Landgericht erschienen. Die beiden, die in der Spionageabwehr und als Devisenbeschaffer im Kunst- und Antiquitätenhandel für die Kommerzielle Koordinierung (KoKo) tätig waren, haben offenbar weitreichende Verbindungen zum illegalen Kunstmarkt. Sie spielten die entscheidende Rolle bei der Wiederbeschaffung des Gemäldes "Ansicht eines Hafens" von Caspar David Friedrich, das am 7. Dezember 1996 aus Schloß Charlottenhof gestohlen worden war. Als Diebe angeklagt sind der 25jährige Architekturstudent Sebastian K. und der ein Jahr jüngere Felix N.Letzterer hat bereits eingeräumt, das Bild gestohlen zu haben, um es zu verkaufen. Er hatte das auf fünf Millionen Mark geschätzte Gemälde in einer Garage deponiert, die einem Potsdamer Autohändler gehörte. Dieser nahm Kontakt mit einem Immobilienhändler aus Stade auf und bat ihn, einen Käufer zu finden für 1,5 Millionen Mark. Der Makler wandte sich an seinen Bekannten, den ehamligen Stasi-Offizier Teschner. Sie trafen sich mit dem Makler aus Stade. "Ich habe Hilpert auf âAnsicht eines Hafens angesprochen", so Teschner gestern. Denn er habe gewußt, daß dieser in Potsdam "hervorragende Kontakte" habe. Sogar Polizeidirektor Peter Schultheiß hatte sich Hilpert gewandt, um etwas über den Verbleib des Bilds zu erfahren.Hilpert erzählte Teschner, daß die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten eine Belohnung von 50 000 Mark ausgesetzt habe für Hinweise auf den Verbleib des Gemäldes. Teschner ließ sich auf das Geschäft ein und spielte die Diebe in die Hände der Polizei. Im Nachhinein ist er nicht glücklich mit der Entscheidung. "Das ist mir fast auf die Füße gefallen." Denn gleichzeitig hatte er ein weit lukrativeres Unternehmen in Vorbereitung. Ein verschollen geglaubtes Mosaik aus dem Bernsteinzimmer war ihm angeboten worden. Auch das konnte die Polizei mit Teschners Hilfe wiederbeschaffen. Doch wegen des Wirbels um "Ansicht eines Hafens" wäre der Deal fast gescheitert, so Teschner.
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