Die eisige Kälte hat Berlin weiter im Griff. In der Nacht zu Montag fallen die Temperaturen auf -8 Grad. Am Tag werden es lediglich-7 Grad, danach erwarten Meteorologen Tiefstwerte im zweistelligen Minusbereich. Vor allem Obdachlose trifft der Dauerfrost hart, für sie kann er lebensbedrohliche Folgen haben.
Wie viele es in Berlin sind, kann nur geschätzt werden. So geht die Senatssozialverwaltung von etwa 6000 Menschen aus, die auf der Straße leben. Wie kann man Menschen helfen, die den momentan herrschenden widrigen Witterungsverhältnissen nahezu schutzlos ausgesetzt sind? Eine Übersicht.
Kältebusse sind in der Stadt unterwegs
Es besteht immer die Möglichkeit, Obdachlose anzusprechen, wenn man den Eindruck hat, dass sie Hilfe benötigen. Und wenn man sich das zutraut. Auf keinen Fall sollte man Schlafende anfassen oder sogar wachrütteln. Sie könnten nämlich aus Angst, bestohlen zu werden, heftig reagieren. Wenn der Verdacht besteht, dass eine Person in ihrer Gesundheit akut gefährdet ist, sollte der Rettungsdienst unter der 112 verständigt werden.
Es gibt weitere Hilfsangebote in der Hauptstadt. Die Kältebusse der Berliner Stadtmission zum Beispiel sind in den Winternächten im Stadtgebiet unterwegs. Sie werden um die 120-mal pro Schicht angefordert. In extrem kalten Nächten gehen auch deutlich mehr Anrufe ein. Die Kältebusse können täglich in der Zeit von 20 bis 2 Uhr unter der Telefonnummer 030 690 333 690 angefordert werden.
Obdachlos in Berlin: Bartosz und die Flaschensammler vom Ostbahnhof
Alternativ steht der Wärmebus vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) zwischen 18 und 24 Uhr bereit (030 600 300 10 10). Das Kältehilfetelefon (030 343 971 40) ist zwischen 19 und 23 Uhr besetzt. In Steglitz-Zehlendorf ist ein Obdachbus des DRK von 11 bis 22 Uhr erreichbar. Und dann ist da noch das Arztmobil der Caritas, ein Kleinbus, der zur Praxis umgebaut wurde.
Ehrenamtliches Engagement ist willkommen
Wer sich stärker für Obdachlose engagieren möchte, kann dies als freiwilliger Helfer tun. „Ehrenamt tut einfach gut“, schreibt die Berliner Stadtmission auf ihrer Homepage. „Viele Einsatzstellen in Berlin und Brandenburg freuen sich auf Ihr ehrenamtliches Engagement.“ Zum Beispiel an den Essensausgaben der Notunterkünfte oder in der Kleiderkammer. Die Kältebusse halten zwei hauptamtliche Mitarbeiter zusammen mit insgesamt rund 60 Freiwilligen in Gang.
Ebenfalls willkommen sind Sachspenden. Allein vor der Kleiderkammer der Stadtmission stehen Tag für Tag an die 180 Menschen. In den Wintermonaten werden vor allem Schlafsäcke benötigt, aber auch warme Schuhe insbesondere für Männer in allen Größen. Ebenfalls gefragt ist warme Kleidung. Sie sollte frisch gewaschen und nicht beschädigt sein. Die Kältehilfe der Caritas nimmt außerdem Lebensmittelspenden entgegen.
Und schließlich sind gemeinnützige Organisationen wie die Stadtmission, die Caritas oder das Deutsche Rote Kreuz dankbar für finanzielle Unterstützung.
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