Bis zu 24 Grad und dichter Morgennebel: Der Oktober 2026 macht dort weiter, wo einer der zehn wärmsten September seit 1881 aufgehört hat.
Die Bauernregel „Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein“ lag laut Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes erstaunlich oft richtig, allerdings nur unter einer Bedingung. Ob der Oktober sie erfüllt, entscheidet der Regen der nächsten drei Wochen.
9 von 10 Jahren: Mit diesem Detail trifft die Bauernregel
Nur auf die Temperatur bezogen, ist an der Regel wenig dran. Ein warmer Oktober allein sagt über den Januar praktisch nichts.
Fällt der Oktober aber zugleich zu warm und zu trocken aus, ändert sich das Bild. Dann folgte nach der DWD-Statistik in 9 von 10 Jahren ein überdurchschnittlich kalter Januar. Auch der Februar war in zwei von drei dieser Jahre zu kalt.
Die Erklärung liefert der Luftdruck. Ein warmer, trockener Oktober entsteht meist unter einem langlebigen Hoch, und diese Großwetterlage kehrt im Januar oft zurück. Im Hochwinter bringt ein Hoch klare Nächte und strengen Frost.
Warm ja, trocken nein? Der Oktober-Regen bringt die Regel ins Wanken
Bei der Wärme liegt der Oktober voll auf Kurs. Nach der 10-Tage-Vorhersage des DWD wird es am Dienstag und Mittwoch nach Nebelauflösung vielerorts sonnig mit 20 bis 24 Grad, nur im äußersten Norden bleibt es wolkiger.
Beim zweiten Kriterium wird es knapp. Für den 1. Oktober hatte der Wetterdienst im Westen bereits örtlich Starkregen mit 20 bis 35 Litern in wenigen Stunden angekündigt. Ab Mittwochabend zieht von Westen erneut Regen auf, danach wird es kühler.
Amtliche Warnungen für den eigenen Landkreis gibt es beim DWD und in der Warnwetter-App.
Auch der Nebel hat seine eigene Regel: „Im Oktober der Nebel viel, bringt im Winter der Flocken Spiel.“ Sie traf nach DWD-Angaben in 6 von 10 Jahren zu. Nach einem nebelreichen Oktober lag im Winter also häufiger Schnee.
100 Prozent milde Winter: Die September-Regel schlägt zurück
Der Meteorologe Horst Malberg vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin hat Bauernregeln anhand teils hundertjähriger Messreihen aus Berlin und anderen Städten überprüft. Dabei stieß er auf eine Regel, die der Oktober-Weisheit widerspricht.
Folgte auf einen zu warmen September ein zu warmer Oktober, fiel der Winter laut Wetter24 in allen untersuchten Fällen insgesamt zu mild aus. Kurze Kälteeinbrüche gab es, an der Gesamtbilanz änderten sie nichts.
Genau diese Kombination zeichnet sich 2026 ab. Der September lag laut DWD-Bilanz mit 15,9 Grad rund 2,6 Grad über dem Klimamittel. Ein frostiger Januar bleibt damit denkbar. Ein strenger Winter ist es nach dieser Statistik nicht.
35 statt 28 Prozent: Was von der Trefferquote übrig bleibt
Malbergs Messreihen reichen weit ins 20. Jahrhundert zurück. Seitdem ist es in Deutschland deutlich wärmer geworden, und der Zusammenhang hat sich abgeschwächt.
Das Portal Wetterprognose-Wettervorhersage.de hat die Jahre 1971 bis 2019 ausgewertet. Nach einem warmen Oktober folgte in 35 Prozent der Fälle ein kalter Winter, nach einem kalten Oktober in 28 Prozent. Das ist eine Tendenz, mehr nicht.
Die jüngsten Rekord-Oktober widersprachen der Regel sogar offen. Auf sie folgten auffallend milde Winter, 2006/07 mit 4,4 Grad im Mittel der mildeste der Messgeschichte.
Langfristprognose: Zwei Drittel Chance auf einen milden Winter
Auch die saisonale Klimavorhersage des DWD spricht gegen den Eiswinter. Für Oktober bis Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Zeitraum bei 79 Prozent.
Der Wetterdienst betont, dass solche Prognosen unsicher sind und keine einzelnen Wochen beschreiben. Als möglichen Einflussfaktor nennt er El Niño im tropischen Pazifik.
Für die Bauernregel zählt nun die zweite Oktoberhälfte. Bringt sie den angekündigten Regen, ist der Monat nicht mehr trocken. Für Dezember bis Februar beziffert der DWD die Chance auf einen zu milden Winter auf 65 Prozent.
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