Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter und der frühere Brigadegeneral Erich Vad haben sich in der am Donnerstagabend ausgestrahlten Folge von „Markus Lanz“ einen lautstarken Schlagabtausch über den Umgang mit Russland geliefert. Vad warnte, Deutschland werde in einen Krieg mit Russland geraten, wenn der bisherige Kurs fortgesetzt werde. „Wir werden, wenn wir so weitermachen, in einem Krieg mit Russland landen“, sagte der ehemalige Militärberater der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
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Streit um EU-Beitritt der Ukraine
Vad lehnte einen EU-Beitritt der Ukraine als „hochgefährlich“ ab. Damit hole man den Konflikt mit Russland nach Europa. Kiesewetter hielt dem entgegen, die Ukraine schütze Deutschland und bilde sogar Bundeswehrsoldaten aus. Vad warf Kiesewetter daraufhin vor: „Herr Kiesewetter, Sie wären ein super ukrainischer Verteidigungsminister.“ Deutschland sei „Aufmarschgebiet der Nato, logistische Drehscheibe der Nato“. Bei einem europäischen Krieg laufe dieser im eigenen Land ab.
Kiesewetter warf Vad vor, mit seiner Rhetorik den Bürgern Angst zu machen. Vad konterte: „Sie machen mir Angst mit Ihrem politischen Gerede, mit Ihrer Rhetorik, die einfach in einen Krieg treibt.“ Als Vad in Rage geriet, unterbrach ihn Kiesewetter mit den Worten: „Schreien Sie doch nicht, Sie sind ja richtig außer sich.“ Kiesewetter warf Vad zudem vor, die Ukraine bereits vor vier Jahren aufgegeben zu haben und mit seinen Einschätzungen falschgelegen zu haben.
Einigkeit bei Kritik an Rüstungspolitik
Einig waren sich beide Ex-Militärs in der Kritik an der deutschen Aufrüstung. Kiesewetter sagte, Deutschland gebe „ungeheuer viel Geld für alte Systeme“ wie Panzer und Artillerie aus, investiere aber zu wenig in Flugabwehr und Drohnen. „Die Rüstungsindustrie verdient am alten Kriegsbild“, kritisierte er. Vad zog vor diesem Hintergrund den Sinn der deutschen Panzerbrigade in Litauen in Zweifel und verwies darauf, dass ein bis zu 30 Millionen Euro teurer Kampfpanzer Leopard 2 mit einer Drohnenattacke für wenige tausend Euro ausgeschaltet werden könne.
Die Drohnenexpertin Verena Jackson von der Universität der Bundeswehr München erläuterte in der Sendung, wie schnell der Fortschritt bei der Kriegsführung mit Kampfdrohnen voranschreite. Im Iran sei ein US-System zum Einsatz gekommen, das in einer Stunde eigenständig 1000 Ziele identifizieren und anvisieren könne.
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