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El Niño: Dürre zwingt Panamakanal zu weniger Schiffspassagen

Wegen El Niño dürfen zunächst nur noch 34 Schiffe täglich den Panamakanal durchqueren. Mitte September wird die Zahl weiter gesenkt – und die Trockenzeit steht erst noch bevor.

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Ein LPG-Tanker vor der Passage durch den Panama-Kanal.

Ein LPG-Tanker vor der Passage durch den Panama-Kanal.

© Martin Bernetti/AFP

Die Panamakanalbehörde hat wegen ausbleibender Niederschläge mit einer schrittweisen Reduzierung des Schiffsverkehrs begonnen. Seit Freitag dürfen täglich nur noch 34 statt bislang 36 Schiffe die Wasserstraße zwischen Atlantik und Pazifik passieren. Vom 15. September an sinkt die Zahl auf 32, wie die Behörde mitteilte.

Grund ist die zunehmende Wasserknappheit infolge des Klimaphänomens El Niño. Nach Angaben der Kanalbehörde lagen die Niederschläge im Einzugsgebiet zwischen Mai und August 34 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Wasserzuflüsse in das Kanalsystem fielen sogar um 44 Prozent geringer aus als üblich. Der Kanal ist für den Betrieb seiner Schleusen auf Süßwasser aus den künstlichen Seen Gatún und Alhajuela angewiesen.

Die Einschränkungen betreffen sowohl die älteren Panamax- als auch die größeren Neopanamax-Schleusen. Für die Neopanamax-Anlagen stehen seit Freitag nur noch neun tägliche Passagen zur Verfügung. An den Panamax-Schleusen wird die Zahl zunächst auf 25 und ab Mitte September auf 23 gesenkt.

Behörde ändert bisherigen Kurs

Mit der Entscheidung rückt die Kanalbehörde von ihrer bisherigen Planung ab. Noch im Mai hatte sie Reuters zufolge erklärt, trotz der erwarteten Dürre im Jahr 2026 keine Begrenzung der Schiffspassagen vorzusehen. Wassersparmaßnahmen und vergleichsweise gut gefüllte Speicher sollten den Betrieb absichern.

Die Regenfälle blieben jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zudem beginnt in Panama üblicherweise im Januar die Trockenzeit. Die Kanalbehörde will die Niederschläge und Wasserstände deshalb weiter beobachten und schließt zusätzliche Einschränkungen nicht aus.

Bereits zuvor hatte sie den maximal zulässigen Tiefgang großer Schiffe reduziert. Für Neopanamax-Schiffe gilt nach Angaben von Reuters inzwischen eine Grenze von 14,48 Metern. Ein geringerer Tiefgang kann dazu führen, dass Frachter weniger Ladung aufnehmen können.

Panama hat wegen der Folgen von El Niño den landesweiten Notstand ausgerufen. Auch Honduras und El Salvador reagierten mit Notmaßnahmen auf die schwere Dürre in Mittelamerika. Neben der Wasserversorgung sind in der Region vor allem Landwirtschaft und Stromerzeugung betroffen.

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Für den Welthandel sind die Einschränkungen von erheblicher Bedeutung. Rund fünf Prozent des globalen Seehandels werden über den etwa 80 Kilometer langen Panamakanal abgewickelt. Die niedrigere Kapazität kann längere Wartezeiten verursachen, die Frachtkosten erhöhen und Reedereien zu Umwegen zwingen.

Während der schweren Dürre im Jahr 2023 hatte die Kanalbehörde die Zahl der täglichen Passagen zeitweise auf 22 reduziert. Die Einschränkungen führten damals zu langen Warteschlangen und Belastungen der internationalen Lieferketten. Die aktuelle Obergrenze liegt zwar noch deutlich darüber, könnte bei anhaltend geringen Niederschlägen aber weiter gesenkt werden.

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