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Elbsandstein-Touristen brauchen Geduld: Kurstadt mit Nadelöhr

Claudia Lord
3 Min
Die Elbbrücke in Bad Schandau wird überwacht, die sich anschließende Bahnbrücke (li.) muss abgerissen werden – ein Nadelöhr für die Stadt.

Die Elbbrücke in Bad Schandau wird überwacht, die sich anschließende Bahnbrücke (li.) muss abgerissen werden – ein Nadelöhr für die Stadt.

© Imago

Die Bewohner der kleinen Kurstadt Bad Schandau (rund 3300 Einwohner) sind so einiges gewohnt. Neben regelmäßigen Elbe-Hochwassern kam im Herbst 2024 noch die Sperrung der einzigen Elbquerung weit und breit dazu. Eine geteilte Stadt – die nächste Elbbrücke befindet sich im 20 Kilometer entfernten Pirna.

Die Brücke in Bad Schandau ist zwar mittlerweile wieder geöffnet und wegen einer Lastbegrenzung nur halbseitig befahrbar, aber für fließenden Verkehr in die „Hauptstadt“ des Elbsandsteingebirges brauchen sowohl Touristen als auch Bewohner noch viele weitere Monate Geduld. Ab Montag, 11. Mai 2026, wird die Elbebrücke, auf der auch die B 172 nach Bad Schandau verläuft, geprüft.

Bis Mittwoch, 13. Mai 2026, 18 Uhr, rollt der Verkehr deshalb nur noch in Richtung Bad Schandau. Wer aus der Kurstadt nach Pirna möchte, muss Umwege über enge Bergstraßen in Kauf nehmen – wie schon bei der Brückenvollsperrung. Für Fußgänger bleibt die Brücke durchgehend geöffnet.

Die zeitlich ohnehin anstehende Hauptprüfung der Brücke ist Teil der Bauwerksüberwachung, so das sächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Für die Prüfung kommt beispielsweise ein Brückenuntersichtgerät zum Einsatz, das auch schwer zugängliche Bereiche erreicht. Da diese Technik eine größere Fahrbahnbreite benötigt, ist die halbseitige Sperrung während der Arbeiten „leider unvermeidlich“, so das Landesamt.

Sensoren registrieren jedes Knacken

Bereits seit der Brücken-Wiedereröffnung im Frühjahr letzten Jahres wird das Bauwerk mit Sensoren überwacht, die jedes Knacken im Stahl anzeigen. Das Geräusch deutet auf mögliche Spannungsrisskorrosionen hin – die Einsturzursache für die Carolabrücke im September 2024 in Dresden. Auch dieses Monitoring soll im Rahmen der Bauarbeiten ausgebaut werden.

Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) verspricht: „Wir wollen, soweit es geht, ohne Vollsperrung auskommen.“ Diese wird aber beim Bau der Ersatzbrücke, die gerade über die Bahngleise führt und sich an die eigentliche Elbbrücke anschließt, unumgänglich sein. Gerade werden die Fundamente für die 630 Tonnen schwere Stahlbrücke vorbereitet, die Ende des Jahres aus Fertigteilen aufgebaut werden soll. Die Vorleistungen sind mit 2,1 Millionen Euro veranschlagt, die der Freistaat übernimmt.

Die Kosten für die Behelfsbrücke selbst liegen bei rund zehn Millionen Euro, das schließt auch Wartung und Reparaturen während der Nutzungsdauer ein. Diese Summe trägt jedoch der Bund, da über die Brücke die Bundesstraße 172 führt. Steht die Behelfsbrücke dann, kann sie mehrere Jahre genutzt werden, während parallel die alte Bahnbrücke abgerissen wird.


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