Wildtiere

Fünf Elche streifen durch Brandenburg: Die größte Gefahr droht auf der Straße

Die Zuwanderung von Elchen nach Deutschland nimmt laut Experten zu, die Tiere wandern durch Brandenburg. Ganz ungefährlich sind sie nicht.

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Ein Elch auf der Straße in Bayern – Ähnliche Szenen sind zunehmend in Brandenburg zu erwarten.

Ein Elch auf der Straße in Bayern – Ähnliche Szenen sind zunehmend in Brandenburg zu erwarten.

© Breu/Fotostand/Imago

In Brandenburg haben Expertenschätzungen fünf Elche gleichzeitig gezählt. Die großen Tiere kommen wahrscheinlich aus Polen, könnten nun aber für Gefahr auf deutschen Straßen sorgen.

Nach Einschätzung des Wildbiologen Frank-Uwe Michler von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde streifen aktuell fünf verschiedene Elche durch das Bundesland. „Dass wir zeitgleich fünf Elche in Brandenburg haben, ist bemerkenswert. Das ist ein neuer Rekord“, sagte Michler, der gemeinsam mit dem Landeskompetenzzentrum Forst das Elch-Monitoring im Land betreut, der Deutschen Presse-Agentur. Üblich seien vier bis sechs Sichtungen im gesamten Jahr.

Gefahr durch Elche vor allem im Straßenverkehr

Für Menschen geht laut Fachleuten weniger von den Tieren selbst als vom Straßenverkehr eine Gefahr aus. Elche gelten nicht als aggressiv und meiden Menschen, wie Michler erklärte. Wer einem Tier begegne, solle Abstand halten.

Problematisch sei jedoch, dass Elche heranfahrende Autos nicht als Bedrohung erkennen, teilte der Naturschutzbund (NABU) Brandenburg mit. Wegen ihrer langen Beine könne der Oberkörper bei einer Kollision auf die Windschutzscheibe geschleudert werden. Ein neuer Managementplan des Landes regelt laut Michler künftig das Vorgehen, etwa bei Tieren auf Autobahnen. Tötungen seien allerdings nur in extremen Gefahrenlagen vorgesehen.

Elch-Zuwanderung aus Polen: Künftig 20 Tiere?

Brandenburg ist nach Angaben Michlers das wichtigste Bundesland für Elchwanderungen nach Deutschland. Die meisten Tiere stammten aus der nordostpolnischen Population: „Sie durchqueren Polen, schwimmen durch die Oder und erreichen schließlich Brandenburg.“ Aktuell seien zwei Tiere im Oder-Spree-Kreis unterwegs, der besenderte Elch „Bert“ in der Nute-Nieplitz-Region sowie ein junger Bulle im Barnim. Anfang Juni sei zudem ein Tier per Fotofalle an einer Grünbrücke an der A12 erfasst worden.

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Michler hält langfristig einen Bestand von bis zu 20 Tieren in Brandenburg für möglich. Auch der NABU begrüßt die Zuwanderung der nach der Berner Konvention geschützten Art und fordert mehr Wildbrücken sowie elchgerechte Zäune. Der WWF verweist darauf, dass Lebensraumverlust, Verkehr und zunehmend die Klimakrise die größten Bedrohungen für die Tiere darstellen.

Besondere Aufmerksamkeit erregt das Elch-Duo am Autobahndreieck Spreeau bei Grünheide. „In etwa 95 Prozent der Fälle handelt es sich um einzelne Elche – und meist um junge Männchen“, sagte Michler. Wahrscheinlich handle es sich um Geschwister im zweiten Lebensjahr, die nach der Geburt eines neuen Kalbes von der Mutter vertrieben würden.

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