Roman

Elias Hirschls Roman „Schleifen“: So witzig und verrückt ist Wissenschaft

Krank durch Sprache wird man in diesem Buch, geheilt durch Worte auch. Von Ideen übersprudelnd, sehr komisch und auch zeitkritisch ist der Roman. Die Buchkritik.

Cornelia Geißler
Cornelia Geißler
5 Min
Elias Hirschl

Elias Hirschl

© Benjamin Pritzkuleit/Berliner Zeitung

Wenn man von Elias Hirschls Roman „Schleifen“ erzählen möchte, ist es am einfachsten, mit Franziska Denk und ihrer neurobiologischen Störung anzufangen. Das Buch selbst beginnt damit und wickelt seine Leser sofort ein. Doch sei beizeiten darauf hingewiesen, dass dieser Einfall nur eine von vielen, vielen schillernden Ideen des Autors ist.

Von Kindheit an leidet Franziska Denk darunter, die Symptome einer jeglichen Krankheit, von der sie nur hört oder liest, an sich zu spüren. Die ersten drei Sätze des Romans lauten: „Franziska hatte die Pest. Schon wieder. Margarete machte ihr einen Tee.“ Das Kind ist von den entstehenden Beulen gezeichnet, die Narben bleiben lange, bei Lepra hatten sich bereits Hautfetzen gelöst, von Erkältung wird Franziska befallen, wenn jemand nur Husten erwähnt.

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