Justiz

Elon Musk scheitert mit Klage gegen OpenAI und Sam Altman

Eine Jury hat die Klage von Elon Musk gegen OpenAI und Firmenchef Sam Altman abgewiesen. Die Geschworenen kamen einstimmig zu dem Schluss, dass Musk zu lange mit seiner Klage gewartet hatte.

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Elon Musk kommt vor dem US-Bezirksgericht in Oakland an.

Elon Musk kommt vor dem US-Bezirksgericht in Oakland an.

© Godofredo A. Vásquez/dpa

Im spektakulären Rechtsstreit um die Zukunft von OpenAI hat Tech-Milliardär Elon Musk eine deutliche Niederlage erlitten. Eine Jury vor einem Bundesgericht im kalifornischen Oakland entschied am Montag zugunsten von OpenAI, Sam Altman und Mitgründer Greg Brockman.

Die Geschworenen urteilten einstimmig, dass Musk die gesetzlichen Fristen für seine Klage überschritten habe. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers erklärte anschließend, sie werde das Urteil übernehmen und Musks Ansprüche abweisen.

Nach Angaben von NBC News beriet die Jury weniger als zwei Stunden. Im Verfahren galten strenge Fristen: Drei Jahre für Vorwürfe wegen angeblicher Pflichtverletzungen gegenüber der gemeinnützigen Organisation OpenAI und zwei Jahre für Ansprüche wegen angeblicher persönlicher Bereicherung.

Musk warf OpenAI Verrat an ursprünglicher Mission vor

Musk hatte OpenAI, Altman und Brockman vorgeworfen, die ursprüngliche Mission des Unternehmens verraten zu haben. OpenAI sei gegründet worden, um Künstliche Intelligenz zum Nutzen der Menschheit zu entwickeln – nicht als gewinnorientierter Konzern.

Der Unternehmer erklärte im Prozess, er habe rund 38 Millionen US-Dollar in die Anfangszeit von OpenAI investiert. Später habe das Unternehmen jedoch „hinter seinem Rücken“ eine profitorientierte Struktur aufgebaut und Milliardeninvestitionen von Microsoft angenommen. Reuters zufolge bezeichnete Musk das Verhalten der OpenAI-Spitze als „Diebstahl einer Wohltätigkeitsorganisation“.

OpenAI wurde 2015 unter anderem von Musk, Altman und Brockman gegründet. Musk verließ den Vorstand 2018. Ein Jahr später entstand die gewinnorientierte Sparte des Unternehmens.

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OpenAI attackiert Musks Glaubwürdigkeit

Die Anwälte von OpenAI argumentierten vor Gericht, Musk habe früh von den Plänen zur Umwandlung in ein profitorientiertes Unternehmen gewusst. Laut AP verwies die Verteidigung darauf, dass bereits 2017 intern über entsprechende Modelle gesprochen worden sei.

OpenAI erklärte zudem, Musk habe erst geklagt, nachdem er die Kontrolle über das Unternehmen verloren habe und mit seiner eigenen Firma xAI zu einem direkten Konkurrenten geworden sei.

Der Prozess entwickelte sich zu einem öffentlichen Schlagabtausch zweier der mächtigsten Tech-Unternehmer der Welt. Reuters berichtete, beide Seiten hätten sich gegenseitig vorgeworfen, stärker von Geld als vom Gemeinwohl motiviert zu sein.

Musks Anwalt Steven Molo griff insbesondere die Glaubwürdigkeit von Sam Altman an. „Wenn Sie ihm nicht glauben, können sie nicht gewinnen“, sagte er laut Reuters vor Gericht. OpenAI-Anwalt William Savitt konterte: „Mr. Musk mag in manchen Bereichen die Gabe des Midas besitzen, aber nicht bei KI.“

Milliardeninteressen rund um künstliche Intelligenz

Der Prozess galt als einer der wichtigsten Rechtsstreitigkeiten der KI-Branche. OpenAI steht im Zentrum des weltweiten Booms rund um Künstliche Intelligenz. Das Unternehmen hinter ChatGPT wird Medienberichten zufolge inzwischen mit hunderten Milliarden US-Dollar bewertet und bereitet sich möglicherweise auf einen der größten Börsengänge der Tech-Geschichte vor.

Microsoft investierte nach Angaben aus dem Prozess mehr als 100 Milliarden US-Dollar in die Partnerschaft mit OpenAI.

Musk hatte im Verfahren nicht nur Schadenersatz gefordert. Er wollte unter anderem auch den Ausschluss Altmans aus dem OpenAI-Vorstand erreichen.

Musk prüft offenbar Berufung

Nach dem Urteil erklärte Musks Anwalt laut NBC News, man halte sich eine Berufung offen. Richterin Gonzalez Rogers deutete jedoch an, dass ein solcher Schritt schwierig werden könnte, da die Frage der Verjährung umfassend geprüft worden sei.

Der dreiwöchige Prozess hatte weltweit Aufmerksamkeit ausgelöst – auch wegen der ungewöhnlichen Konzentration von Reichtum im Gerichtssaal. NBC News berichtete, insgesamt hätten sechs Tech-Milliardäre ausgesagt. Vor dem Gerichtsgebäude protestierten Aktivisten gegen Künstliche Intelligenz, die Macht großer Tech-Konzerne und soziale Ungleichheit.

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