Staatsbesuch

Berlin bekommt neuen Direktflug nach Dubai – Emirate investieren 40 Milliarden Euro in Deutschland

Deutschland gestattet einer emiratischen Fluggesellschaft ein fünftes deutsches Ziel. Zudem sollen Milliarden in Rechenzentren und andere Zukunftsprojekte fließen.

4 Min
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, l) empfängt den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Sajid.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, l) empfängt den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Sajid.

© Kay Nietfeld/dpa

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen 40 Milliarden Euro in Deutschland investieren. Das Paket umfasst unter anderem neue Rechenzentren mit einer Gesamtleistung von rund einem Gigawatt, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung hervorgeht. Außerdem kündigten die Regierungen einen neuen Direktflug zwischen beiden Ländern an.

Der emiratische Staatschef Scheich Mohammed bin Sajid al-Nahjan, hält sich derzeit zu einem Staatsbesuch in Deutschland auf.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, r) und der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Sajid, bei der Übergabe von Absichtserklärungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, r) und der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Sajid, bei der Übergabe von Absichtserklärungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten

© Kay Nietfeld/dpa

Neue Langstreckenverbindung für den BER kommt

Deutschland sagte den Emiraten außerdem zusätzliche Verkehrsrechte zu. Eine nationale Fluggesellschaft der Emirate darf künftig einen fünften deutschen Flughafen anfliegen. Laut einer Mitteilung des Berliner Senats geht der Zuschlag nach Berlin.

Die staatliche Fluggesellschaft Emirates soll demnach künftig täglich zwischen Berlin und Dubai fliegen. Die Vereinbarung ist Teil eines neuen Luftverkehrsabkommens zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

„Damit wird der Hauptstadtflughafen BER international noch besser angebunden“, erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nach einem Treffen mit bin Sajid. Durch die täglichen Langstreckenflüge rückten „zwei wachsende Wirtschaftsregionen noch enger zusammen“. Der emiratische Präsident trug sich anschließend in das Goldene Buch Berlins ein. Emirates fliegt bislang Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg an.

Lufthansa sowie die Länder Bayern und Hessen hatten sich im Vorfeld nach einem Bericht der Berliner Zeitung gegen zusätzliche Verkehrsrechte ausgesprochen. Sie befürchten Nachteile für die Drehkreuze München und Frankfurt. Lufthansa und die europäische Pilotengewerkschaft ECA verweisen zudem auf unterschiedliche Wettbewerbs-, Sozial- und Umweltstandards. Befürworter erwarten dagegen bessere internationale Verbindungen für Berlin und Stuttgart.

Was über die Investitionen bekannt ist

Die geplanten emiratischen Investitionen sollen nach Angaben beider Regierungen die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken, technologische Entwicklungen vorantreiben und langfristiges Wachstum fördern. Ein genauer Zeitraum für das Investitionspaket wurde zunächst nicht genannt. Auch die beteiligten Unternehmen und Standorte der Rechenzentren blieben offen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Neben dem 40-Milliarden-Paket sind weitere Investitionen und Partnerschaften unter Beteiligung von Covestro, RWE, dem staatlichen Energiekonzern Adnoc und dem Ökostromunternehmen Masdar vorgesehen. Die Emirate haben bereits rund 34 Milliarden Euro in Deutschland investiert. Dazu gehört die etwa 15 Milliarden Euro schwere Übernahme des Leverkusener Kunststoffkonzerns Covestro durch die Adnoc-Tochter XRG.

Neuer deutsch-emiratischer Investitionsrat geplant

Bei dem Besuch wurden zudem 29 Vereinbarungen zwischen deutschen und emiratischen Unternehmen mit einem Gesamtwert von mehr als 9,356 Milliarden Euro geschlossen. Beide Länder gründeten außerdem einen deutsch-emiratischen Investitionsrat, der neue Projekte voranbringen und den Austausch zwischen Regierungen und Unternehmen stärken soll.

Vereinbart wurden auch ein strategischer Dialog sowie eine engere Zusammenarbeit bei Energie, künstlicher Intelligenz, Verteidigung, Polizei, Umwelt und Landwirtschaft. Beide Seiten wollen zudem sogenannte Datenbotschaften prüfen. Dabei sollen staatliche Daten in besonders geschützten Rechenzentren des Partnerlandes gespeichert werden.

Der emiratische Staatschef war von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz empfangen worden. Am Freitag trifft er in München Ministerpräsident Markus Söder und nimmt auf Einladung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche an einem Wirtschaftsforum teil.

VAE und Deutschland unterhalten strategische Partnerschaft

Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate unterhalten seit dem Jahr 2004 eine strategische Partnerschaft. Der Golfstaat ist mit einem bilateralen Handelsvolumen von 13,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in der Region.

Die Zusammenarbeit konzentriert sich vor allem auf Energie, Industrie, Technologie, Sicherheit und Investitionen. Rund 2000 deutsche Unternehmen sind nach emiratischen Angaben in den Emiraten vertreten. Belastet werden die Beziehungen durch Kritik an der Menschenrechtslage und Vorwürfe, Abu Dhabi unterstütze die paramilitärischen RSF im Sudan. Die Emirate weisen dies zurück.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner