Im Rahmen des Projekts HyCET setzt BMW am Standort Leipzig einen schweren Lkw mit Wasserstoffverbrennungsmotor ein. Das Fahrzeug nutzt einen auf Dieseltechnik basierenden Kolbenmotor, der Wasserstoff nahezu CO2-frei zu Wasserdampf verbrennt und vom Traditionsunternehmen Deutz entwickelt wurde.
Die Erprobung findet sowohl auf längeren Transportstrecken als auch im Dreischichtbetrieb im unmittelbaren Werksumfeld statt, hieß es von den Ingenieuren bei der Vorstellung des Fahrzeugs im Leipziger BMW-Werk. Ziel sei es, geeignete Einsatzprofile für den Wasserstoffverbrennungsmotor in der Logistik zu identifizieren.
Der Truck soll in den kommenden Monaten auf Herz und Niere getestet werden: BMW sieht großes Potenzial in der Wasserstofftechnologie.
© Christian Hüller/BMW
Anders als bei Brennstoffzellen-Lkw, die Wasserstoff zunächst in Strom für Elektromotoren umwandeln, setzt HyCET auf die direkte Verbrennung von Wasserstoff in modifizierten Kolbenmotoren für den Schwerlastverkehr. Der grüne Wasserstoff für den Betrieb soll perspektivisch über eine Pipeline aus dem rund 40 Kilometer entfernten Energiepark Bad Lauchstädt kommen. Der symbolische Baubeginn der Leitung fand in der vergangenen Woche im Beisein des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer statt.
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MehrWasserstoff-Aggregat auf Dieselbasis
Der verbaute Motor stammt vom Hersteller Deutz. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um das Modell Deutz TCG 7.8 H2, ein Sechszylinder-Aggregat mit einer Leistung von 220 Kilowatt, umgerechnet rund 300 PS. Der Motor basiert auf einem konventionellen Dieselmotor, wurde für den Wasserstoffbetrieb jedoch stark angepasst. Deutz bezeichnet ihn als den ersten nach EU-Stufe-V zertifizierten und in Serie gefertigten Wasserstoffverbrennungsmotor überhaupt. Nach offizieller EU-Definition gilt das Aggregat als „emissionsfrei“.
Der Wasserstoffmotor vom Typ Deutz TCG 7.8 H2 basiert auf einem konventionellen Dieselmotor: Die blauen Teile mussten neu entworfen werden, die roten Teile wurden vom bewährten Dieselaggregat übernommen.
© Adrian Schintlmeister/Ostdeutsche Allgemeine
Da die Technologie auf Dieselbasis entwickelt wurde, lasse sie sich leicht in bestehende Fahrzeug- und Wartungsstrukturen integrieren, was den Hochlauf erleichtere, so BMW. Bei hohen Lasten und dynamischen Fahrprofilen biete der Wasserstoffverbrennungsmotor eine mit einem Dieselmotor vergleichbare Leistung und Robustheit. Im Vergleich zur Brennstoffzelle sei er zudem weniger empfindlich gegenüber unterschiedlichen Wasserstoffqualitäten und könne so eine höhere Verfügbarkeit garantieren.
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Einsatzprofil für anspruchsvolle Transporte
Der Autobauer sieht Wasserstoff-Lkw vor allem für anspruchsvolle Transportprofile geeignet, etwa bei hohen täglichen Fahrleistungen, im Mehrschichtbetrieb oder bei besonderen infrastrukturellen Anforderungen. Kurze Betankungszeiten reduzierten Standzeiten.
Zudem könnten die Fahrzeuge in Regionen eingesetzt werden, in denen weder eine ausreichende Ladeinfrastruktur noch ein leistungsfähiger Netzanschluss zur Verfügung stehe. Dies sei besonders für lange Strecken und stark ausgelastete Fahrzeuge relevant. Voraussetzung bleibe allerdings eine geeignete und zuverlässig verfügbare Tankstelleninfrastruktur für Wasserstoff.
Mit dem Einsatz will BMW nach eigenen Angaben die CO₂-Emissionen seiner weltweiten Transporte reduzieren und sich als Vorreiter in der grünen Transformation positionieren.
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