Endlich Einblick in die Akten

Christine Richter
2 Min

CHRISTINE RICHTERbegrüßt es, dass die Wasserbetriebe ihre Tarifkalkulation offenlegen müssen.------------------------------Wasser ist teuer, gerade auch in Berlin. Deshalb ist es verständlich, dass sich Wohnungsbauunternehmen bemühen, niedrigere Tarife für ihre Kunden, die Mieter, zu erreichen. Und sei es durch den Gang zum Gericht. Das Landgericht verhandelt zurzeit über eine Klage der Wohnungsbaugesellschaft Howoge gegen die Berliner Wasserbetriebe und muss sich in diesem Fall auch mit einem Gutachten auseinandersetzen. Aus diesem geht hervor, dass die Abwassertarife zu hoch angesetzt wurden. Möglicherweise haben die Berliner in den letzten Jahren also zu hohe Gebühren gezahlt.Die Wasserbetriebe bestreiten dies zwar und geben sich sicher, dass die Howoge den Fall verlieren wird. Doch die Verantwortlichen sollten sich bewusst sein, dass die Berliner es leid sind, immer mehr für das Wasser zu bezahlen. Jahr für Jahr steigen die Gebühren, im Januar folgt die nächste Erhöhung um 1,9 Prozent. Für die Unternehmen soll es darüber hinaus künftig einen Anschluss- und Benutzerzwang geben, weil das gesamte Tarifsystem umgestellt wird. Da könnte es für etliche Firmen, die bislang einen eigenen Brunnen auf ihrem Gelände haben, nochmals teurer werden.Deshalb ist es gut, dass die Berliner Wasserbetriebe - und im Übrigen auch die Berliner Stadtreinigung - kürzlich vom Oberverwaltungsgericht verpflichtet wurden, ihre Tarifkalkulation offenzulegen. Das ist zwar ein Gebiet für Experten, aber die werden es verstehen und der Bevölkerung schon erklären können. Der Senat hat versprochen, bei der Veröffentlichung der Daten für größtmögliche Transparenz zu sorgen. Im Interesse der Verbraucher wird das hoffentlich geschehen. Seite 23

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