Die Martha Stewart von Kreuzberg und ihr Abzieher mit Gummikante
Für so was bin ich, wie erwähnt, viel zu faul, wollte aber auch in Zukunft der Umwelt zuliebe nicht wieder geschätzte 34 Rollen Küchenpapier verschwenden und zog deshalb Martha Stewart zu Rate. Die amerikanische Haushaltsikone mit dem sandgestrahlten Charme ist eine super Inspirationsquelle und ihr „Homekeeping Handbook“ widmet sich natürlich auch dem Fensterputz. Stewart empfiehlt die Arbeit mit einem klassischen Abzieher mit Gummikante, nur zu klein sollte er nicht sein, sonst schrubbt man sich doof. Die Autorin und Moderatorin rückt dem Schmutz zuvor mit Geschirrspülmittel oder weißem Essig zu Leibe, den Essig gemischt mit warmem Wasser in einer Mischung 1:1.
Beginnend am oberen Rand der Fenster arbeite ich mich so nach unten vor und wische nur am Sims-Rand mit etwas Tuch nach und danach das fast trockene Fenster mit ein wenig Küchenpapier. Und was soll ich sagen? Die Fenster sehen super aus für einen Anfänger und solange die Sonne nicht zu sehr scheint, gebe ich mich der Illusion hin, die Martha Stewart Kreuzbergs zu sein. Die echte Stewart indes empfiehlt zudem noch die regelmäßige und gründliche Reinigung der Fenstergriffe und Rahmen und hat sogar Tipps für oxidiertes Rahmenmetall. Meine Fenster sind zum Glück klassische Thermopen-Ware mit Kunststoffrahmen, die man unbedingt regelmäßig mit Seife reinigen sollte, um dem Gilb des weißen Plastiks vorzubeugen. Nichts sieht schlimmer aus als der Gelbstich, als ob man über Jahre die Bude vollgequalmt hat.
Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.
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